Interpretation Kleiner Mann was nun

  • Titel: “Kleiner Mann was nun?”
  • Gattung: Roman
  • Autor: Hans Fallada
  • Veröffentlicht im Rohwalt Taschenbuch Verlag,

Hamburg, Mai 1959

1 Einleitung

1.1 Autor: Hans Fallada

Er wurde am 21. Juli 1893 als ältester Sohn des Landgerichtsrats Wilhelm Ditzen und dessen Frau Elisabeth in Greifswald geboren. Sein richtiger Name ist Rudolf Ditzen. Er zog mit seiner Familie 1899 nach Berlin und gehörte dort zu den etwas besser Lebenden Menschen. In der Schule war er ein Außenseiter und auch sonst gab es einige Tiefpunkte in seinen Leben wie z.B der Selbstmordversuch mit darauf folgender Psychiatrie oder ein Haftantritt. Erst Anfang der 30er Jahre hatte Fallada erfolg als Schriftsteller. Am 5. Februar 1947 starb Fallada in Berlin. Er gehört zu den bekanntesten deutschen Autoren der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Seine Werke sind zum überwiegenden Teil der Neuen Sachlichkeit zuzurechnen.

1.2 Aufbau:

Das Buch ist in 4 Kapitel gegliedert

  • Vorspiel: Die Sorglosen
  • Erster Teil: Die kleine Stadt
  • Zweiter Teil: Berlin
  • Nachspiel: Alles geht weiter

1.3 Personen:

Die zwei Hauptpersonen des Romans „Kleiner Mann was nun?“ sind Johannes Pinneberg und seine Verlobte Emma Mörschel, genannt Lämmchen. Dennoch gibt es mehrere Nebenfiguren, die die typischen Verhaltensweisen der damaligen Zeit aufweisen; es sind die „Kleinen Leute“.

2 Hauptteil

2.1 Inhaltsangabe:

Hans Fallada erzählt in seinem Roman „Kleiner Mann, was nun?” das Schicksal eines „kleinen Mannes” und seiner Frau im Deutschland der ausgehenden Weimarer Republik zur Zeit der großen Weltwirtschaftskrise 1929. Er beschreibt sehr detailliert die Lebensumstände eines Angestellten der damaligen Zeit, indem er vor allem die Begleitumstände, wie z. B. knappe Barmittel, ungerechtes Arbeitsrecht, sich ständig veränderndes Sozialrecht, sehr präzise darstellt.

In dem Buch „Kleiner Mann was nun“ geht es um das Paar, das während der Weltwirtschaftskrise in Deutschland lebt. Der 23jährige Johannes Pinneberg, der von seiner Freundin „Junge“ genannt wird, und seine Freundin, die ein Jahr jüngere Emma Mörschel, die von Ihrem Freund „Lämmchen“ genannt wird, sind die Hauptpersonen dieses Buches.

Das Pärchen geht zum Frauenarzt, um sich Verhütungsmittel zu kaufen, dort erfahren sie jedoch, dass Emma schwanger ist. Diese Nachricht ist für die beiden ein Schock, denn ein Kind ist nicht billig, gerade zu den Zeiten der Weltwirtschaftskrise. Emma muss aufhören zu arbeiten und Johannes verdient kaum genug Geld um das Kind zu ernähren. Hinzu kommt noch, dass Emmas Familie eine Arbeiterfamilie ist, und besonders ihr Vater sieht auf Angestellte, wie Pinneberg einer ist, herab, weil sie gewerkschaftlich unorganisiert der Spielball ihrer Vorgesetzten sind. Dennoch bekommen sie von Emmas Eltern die Erlaubnis zu Heiraten und zu Johannes Arbeitsplatz zu ziehen. Als Pinnebergs Vorgesetzer erfährt, dass Pinnebergs Frau ein Kind erwartet, wird er entlassen. Jetzt muss sich Johannes in der Weltwirtschaftskrise einen Job suchen was, sich als sehr schwer rausstellt. Hilfe bekommen die beiden von Pinnebergs ungeliebter Mutter Mia, die in Berlin wohnt. Sie verschafft ihrem Sohn eine Stelle als Verkäufer in dem Warenhaus Mandel. Nach der Geburt des Sohnes ist das Geld wieder knapp, weil der Antrag auf Wochen- und Stillgeld von der Krankenkasse noch nicht bearbeitet wurde. Nach einem Jahr wird Johannes als Verkäufer entlassen, da er häufig zu spät kam und nicht genug Kleidung verkaufte. Im November 1932 lebt die Familie illegal in einer Gartenlaube in der nähe von Berlin. Emma kann Johannes gerade noch davon abbringen, mit bösen Leuten Geschäfte zu machen. Stattdessen treibt er ausstehenden Lohn für seine Frau ein, die bei Privatleuten Strümpfe stopft. Als Pinneberg in die Stadt Berlin will um seine Arbeitslosenhilfe abzuholen, wird er von Berliner Polizisten gedemütigt und weggescheucht. Daraufhin traut er sich kaum, seiner Frau “Lämmchen“ unter die Augen zu treten. Bald jedoch erkennen Johannes und Emma ihre alte Liebe wieder, und sagen sich, dass nur sie wirklich wichtig ist.

2.2 Interpretation

2.2.1 Sprache:

Die Sprache in „Kleiner Mann was Nun?“ besteht viel aus direkter Rede und Umgangssprache. Es gibt keinen direkten Dialekt, der wie ein roter Faden durch das Buch geht.

2.2.1.1 Überschriften

Die Überschriften sind als sehr kurze Zusammenfassungen des nächsten Abschnittes verfasst, und beinhalten sehr viele Kommas( , ).

2.2.1.2 Wortschatz

Es kommen häufiger Fremdwörter vor und Alt Deutsche Wörter wie z.B Wachstuchsofa, biereifrig oder verdattert.

2.2.2 Epoche Neue Sachlichkeit:

(1924-1932) Die literarische Strömung der Neuen Sachlichkeit vollzieht einen radikalen Bruch mit dem im 19. Jahrhundert vorherrschenden Bild vom Menschen als Gefühlswesen und Individuum. Die Autoren entwerfen ‚sachliche‘ Typen, die zwar Gefühle haben, aber sie kaum artikulieren dürfen. So entstehen Romane, Erzählungen, Dramen und Gedichte, in denen die Dinge, die Wirklichkeit nüchtern und objektiv dargestellt werden - sie werden nicht dadurch verfälscht, dass sie gleichsam durch das fühlende Herz eines individuellen Helden wahrgenommen werden. Der Wald wird als Wald dargestellt und nicht als Auslöser innerer Erlebnisse (z. B. Liebe oder Selbsterkenntnis).Die Literaten fühlen sich an ihre Zeit gebunden und beschreiben sie in ihren Texten. Es geht ihnen um die Darstellung der wirtschaftlich-sozialen Realität und der Befindlichkeit einer ganzen Generation. Sie schreiben über die Nachwirkungen des Ersten Weltkrieges (Zweig, Roth), über die Industrie der Weimarer Republik (Jung, Reger), über ‚die Angestellten‘ (Kracauer, Keun, Fallada, Kästner, Fleißer) und ihre Lebensweise. Sie bejahen das mechanische Zeitalter, den technischen Fortschritt und zeigen Menschen, die mit der fortschreitenden Industrialisierung in Einklang leben – oder an ihr zerbrechen. Auf den Besetzungslisten der neusachlichen Texten stehen Ingenieure, Sekretärinnen, kaufmännische Angestellte, Arbeitslose, ‚girls‘, Filmschaupieler/innen, Boxer, Sportmädel, Rennfahrer, Kinogänger und Liebespaare.Die Sprache der Neuen Sachlichkeit ist eine Alltagssprache, leicht verständlich und für jeden zugänglich. Es ist eine Sprache, die dem Verstehen der dargestellten (literarischen) Wirklichkeit nicht im Wege steht. Die Werke zielen auf Massenwirksamkeit und bieten den Menschen in der Weimarer Republik längst überfällige Leitbilder für ein Leben in der modernen Massen- und Mediengesellschaft. (http://www.uni-due.de/einladung/Vorlesungen/literaturge/neuesach.htm)

2.2.2.1 Das Buch in Verbindung mit „Neuer Sachlichkeit“

Das Buch befasst sich mit dem 20. Jahrhundert und den darin lebenden Menschen zur Zeit der Weltwirtschaftskrise. Es zeigt das Schicksal von Pinneberg, was es so häufig auch noch heute in der Realität gibt.

2.2.3 Wirkung/Meinung:

Für mich wirkt der Roman „Kleiner Mann was nun?“ sehr realistisch und aktuell, denn das Schicksal von Pinneberg und seiner Freundin kann einem jederzeit selber passieren. Es zeigt die immer wieder aufkommenden kleinen Dramen, die jeder Mensch täglich erleben könnte.

 
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