1.Einleitung

1.1 Vorwort

Im Folgenden werde ich „die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ anhand des kritischen Rationalismus interpretieren.

1.2 Definition kritischer Rationalismus

Der Positivismus ist eine der Literaturwisschenschaftstheorien und wurde durch den 1798 bis 1857 lebenden Franzosen Auguste Comte geprägt.
Dabei grenzt sich der Positivismus von den Philosophischen Modellen ab und betrachtet die Physis und Psyche als eine Einheit.
Ein weiterer Vertreter der positivistischen Literaturbetrachtung ist Hippolyte Taine,
welcher von 1828 bis 1893 lebte, prägte diese Literaturbetrachtung durch seinen Essay über Balzac,
welchen er im Jahre 1858 veröffentlichte.

2. Hauptteil

2.1 Problemstruktur

2.2 Interpretationskriterien des kritischen Rationalismus

Bei der Interpretation im kritischen Rationalismus konzentriert man sich auf das objektiv gegebene,
dies bedeutet, dass man sich auf die Erhebung von Daten und Fakten konzentriert,
die in gesetzmäßige Beziehung gebracht werden sollen.
Der literarische Text ist zu beschreiben und dann zu erklären.
Die rationale Analyse hat Vorrang.
Wie in der Botanik oder Chemie wird jedes Werk sorgfältig in seine Bestandteile zerlegt,
um selbst das Künstlerische und Geniale auf einen Kausalnexus zurückzuführen,
der auf dem Prinzip der absoluten Erklärbarkeit beruht.
- Die Subjektivität, die subjektiven Anteile des Wissenschaftlers,
vor allem die nur vom Subjekt abhängigen Glaubensdinge sollen möglichst weitgehend ausgeschaltet werden,
damit die Nachprüfbarkeit der getroffenen Aussagen gewährleistet ist.
Das erkennende Subjekt tritt zurück, das gegebene Objekt steht im Zentrum.
Nur die empirisch gegebenen Sachverhalte zählen.
Jede subjektive Wertung des Analyseobjekts durch den Forscher gilt als unwissenschaftlich.
Man will ganz empirisch und möglichst exakt, ohne jeden metaphysischen Zusatz, ohne jegliches subjektive Moment vorgehen.
- Neben die Beschreibung und die Analyse tritt der Vergleich; der Vergleich erst macht Klassifikationen und Gruppierungen möglich, wenn einander ähnliche Elemente im Werk eines Künstlers als solche erkannt und auf der Grundlage dieser Ähnlichkeiten allgemeine Regeln gefunden werden können. Dazu gehört das Abstrahieren von Nebensächlichkeiten und das Herausstellen von Haupteigenschaften eines Textes bzw. Autors. Am Anfang der gesicherten literaturwissenschaftlichen Kenntnisse stehen einzelne Fakten, die in größere Gruppen geordnet und deren Merkmale induktiv in allgemeinere Aussagen überführt werden können.
- Erst der Vergleich verhilft nach Scherers Ansicht auch den Literarhistorikern zu sicheren Erkenntnissen über Zeiträume, für die sie nur wenig Tatsachenmaterial besitzen.
Das Analogisieren soll ermöglichen, literarische Phänomene der Vergangenheit durch solche der Gegenwart besser zu verstehen. Scherers Methode der ‘wechselseitigen Erhellung’ gründet auf der Voraussetzung, daß die grundlegenden menschlichen Tätigkeiten in allen Epochen der Geschichte ähnlich und vergleichbar sind. Es ist daher möglich, über eine ferne Zeit, von der wir nur fragmentarische Urkunden besitzen, zuverlässige Schlüsse zu ziehen, indem wir auf sie das Wissen anwenden, das wir aus unserer engeren Vertrautheit mit einer modernen Epoche geschöpft haben. Dieses Konzept hängt wiederum mit der Grundüberzeugung zusammen, daß ähnliche Ursachen immer analoge Ergebnisse zeitigen werden.
- Positivistische Forschung ist nicht denkbar ohne die Bemühungen um gesicherte Textgrundlagen. Da alles, was von einem Werk auf den ersten Blick als Tatsache vorliegt, nur sein Text sein kann, muß dieser in aller philologischen Gründlichkeit ediert werden.

2.3 Interpretation des Werkes Felix Krull

Durch die Tatsache, dass Felix Vater eine Sektfabrik besaß und somit einen großen Erfolg hatte,
lebte Felix Krull schon in jungen Jahren sehr wohlhabend und hatte viel Kontakt zu höheren Bürgerschichten.
Dies prägte seinen sozialen Umgang, sowie seine sprachlichen Kenntnisse, daher ist es auch nicht verwunderlich,
warum Felix in seinem späteren Leben lediglich durch seine sprachlichen Kenntnisse vermag Eindruck auf seine Umwelt auszuüben.
Weiterhin sieht Felix Krull sich selbst als ein „Sonntagskind“ an, dies spiegelt sich zum einen in seinem Namen wieder,
Felix bedeutet der Glückliche, als auch an der Tatsache, dass er an einem Sonntag im Mai geboren ist.
Weitere wichtige Aspekte in seinem Leben sind der Betrug und der Schein,
so fängt Felix Krull schon früh an seine Mitmenschen zu täuschen und zu betrügen (so spielte er angeblich mit acht Jahren Violine vor einem großen Publikum, außerdem täuscht er einige Krankheiten bei seiner Musterung vor und wird so ausgemustert.
All diese Eigenschaften wurden aber auch zu großem Maße von seinem Paten Schimmelpreester geprägt, dieser stand ihm in vielen Situationen seines Lebens bei, zum Beispiel in folgenden Situationen:
- Tod seines Vaters
- Ratschläge zur Musterung
- Bezugsperson im Kindesalter

2.4 Analyse sprachliche Kriterien

Anhand der Stichprobe, welche auf der Seite 209 (befindet sich im Anhang) durchgeführt wurde,
lässt sich erkennen, dass Thomas Mann ein sehr hohes Sprachniveau verwendet.
Ein Anzeichen dafür ist, dass er in den 100 Wörtern der Stichprobe lediglich 16 Wörter doppelt verwendet,
diese sind zumeist Artikel oder Hilfsverben.
Außerdem besitzt die Stichprobe lediglich nur einen vollstädigen Satz und einen weiteren, der jedoch über das Ende der Stichprobe hinausgeht,
somit lässt sich feststellen, dass eine sehr komplexe Satzstruktur verwendet wird.
Durchschnittlich besitzt jedes Wort 1.8 Silben, sodass sich sagen lässt, dass die Stichprobe eher aus kürzeren Wörtern besteht.

3. Schluss

Wie wir in diesem Aufsatz sehen können, ist Felix Krull ein sehr begabter Hochstapler,
welcher schon sehr früh damit beginnt Personen hereinzulegen und damit auch großen Erfolgt für sich verbuchen kann.
Doch Felix ist nur so geworden, weil sein Pate Schimmelpreester ihn dabei sehr beeinflusst hat.
In seinem späteren Leben gewinnt der Betrug immer mehr an Bedeutung.

4. Literaturverzeichnis

• Maren Grisebach „Methoden der Literaturwissenschaft“
Wikipedia
Wiki der BBS 2

 
bbs/fgt1b/krull_pos.txt · Zuletzt geändert: 2007/06/18 23:12 von 88.70.21.110
 
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