Ich interpretiere das Buch Im Krebsgang von Günter Grass, welches eine Novelle ist und um das Schiff Gustloff handelt. Es kommt aus der Heutigen Literatur. Die Hauptperson ist Paul Pokriefke, geboren am 30. Januar 1945 auf der sinkenden “Gustloff”, freier und nur mäßig erfolgreicher Journalist, geschieden, Vater einer Sohnes mit Namen Konrad. Zog von Schwerin nach Ost-Berlin, flüchtete vor dem Mauerbau nach West-Berlin, studierte dort Germanistik, brach das Studium ab und arbeitet seitdem als freier Journalist bei sehr unterschiedlichen Blättern: z.B. bei Springer, der TAZ und anderen.

Die Mutter von Paul will, dass er eine Geschichte über Wilhelm Gustloff zu schreiben, was er aber verweigert weil es TABU ist. Er entscheidet sich das erst zu tun als er auf die seite www.blutzeuge.de stößt auf welcher das Leben des Schweriners Gustloff verherrlichend dargestellt und für die Wiederherrichtung des Gustloff-Denkmals plädiert wird. Robert Ley, Erfinder der KDF-Idee, das KDF-(Kraft durch Freude)-Schiff kam zu seinem Namen “Wilhelm Gustloff” kam. Frau Gabi, dem Kind Konrad und der Trennung nach sieben Jahren. Seitdem ist der Kontakt zum Sohn nur sporadisch. 1939 wird die KDF-Flotte zu Truppentransportern umfunktioniert, die Gustloff holt nach dem Sieg der Franco-Faschisten deutsche Truppen aus Spanien (Legion Kondor) zurück. Der Ich-Erzähler entdeckt, dass der Betreiber der Wilhelm-Gustloff-Verherlichungs-Seite www.blutzeuge.de sein eigener Sohn sein muss. Sommer 39, letzte KDF-Fahrten, dann wird die Gustloff bei Kriegsbeginn zum Lazarett-Schiff umgewidmet. Sohn Konrad, in der Zwischenzeit zur Großmutter gezogen, hält in Schwerin in einem Lokal einen Vortrag über Wilhelm Gustloff. Die anwesenden und angetrunkenen Neonazis hören kaum zu und werden aggressiv. Konrad steigt daraufhin um auf das Internet als Plattform für seine Gustloff-Verehrung. Die Besessenheit seines Sohnes, hinter der letzten Endes die Besessenheit seiner Mutter Tulla steckt. Was Paul sehr schadet. Im Jahre 1995 findet ein Treffen der Überlebenden der Gustloff statt - 50 Jahre danach. Der Ich-Erzähler ist mit Mutter und Sohn dabei, schließlich ist er ein Kind der Gustloff. Sein indifferentes Naturell hält ihn aber weiterhin auf Distanz zu den Ereignissen. Der Sohn dagegen wird bei dieser Gelegenheit in seine künftige Mission eingeführt, das Werkzeug hierfür, den Computer, erhält er wenig später. Vormarsch der russischen Armee im Januar 1945, zwei Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht an die Küste, auch nach Danzig. Viele waren an Bord. Ein Russisches U-Boot versenkt das Schiff. Paul stellt die schrecklichen Ereignisse an Bord dar, so wie er es von Augenzeugen erfahren hat. Mutters Rettung. Mutters berichtet von der Geburt auf dem begleitenden Torpedoboot genau zu dem Zeitpunkt, als die Gustloff in den Meeresfluten versank. Der Erzähler selbst will noch auf der Gustloff selbst geboren worden sein. Sein Vorname Paul jedoch kommt von dem Kapitän des Torpedobootes. Der Vater von Paul ist unbekannt. An der Küste floh seine Mutter immer weiter von ihren Verfolgern. Am 20. April 1997 treffen sich der Betreiber der Internet-Seite www.blutzeuge.de, Konrad Pokriefke, und der Oberschüler Wolfgang Stremplin in Schwerin. Beide haben im Chatroom der Seite heftige Diskussionen ausgetragen, bei denen sich Konrad als Wilhelm (Gustloff) und Wolfgang als David (Frankfurter) ausgaben, um deren jeweilige Weltanschauungen zu vertreten. An der ehemaligen Wilhelm-Gustloff-Gedenkstätte erschießt Konrad seinen “Freundfeind” mit vier Schüssen, genau wie damals der Jude David Frankfurter den Arier Wilhelm Gustloff. Konrad stellt sich danach sofort und legt ein Geständnis ab. Mutter versucht ihren Enkel zu verteidigen, was aber Sinnlos ist. Drei psychologische Gutachten versuchen die Herkunft von Konrads Wahnideen zu erklären: Immer ist es der Vater! Fixierung auf Gustloff als Suche nach dem Vaterersatz! Sieben Jahre Jugendgefängnis. Konrad akzeptiert diese in seinen Augen milde Strafe. Paul besucht ihn oft im Gefängnis, Konrad hingegen scheint „geheilt“ zu sein, was sich aber später als Falsche Wahrheit entpuppte. Konrad „spielt“ seinem Vater vor, dass er sich geändert hat, wo er dann aber später Schlagartig das Gegenteil beweist. Kurz darauf findet Paul eine neue Seite im Internet die dem Verehrer des Blutzeugen gewidmet ist.

 
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