1. Gattung und Perspektive

Das Buch „Der Vorleser“ von Bernhard Schlink ist ein Werk der Neuzeit, es ist relativ einfach zu lesen und spielt in verschiedenen Zeiten, jene Zeiten werden durch die Ich-Erzählperspektive der Hauptperson (Michael Berg) erklärt.

2. Inhaltsangabe

Das Buch „Der Vorleser“ wurde vom Autor Bernhard Schlink in drei Teile unterteilt. Im ersten Teil geht es um den noch sehr jungen Michael Berg im alter von 15 Jahren. Er bekommt in diesem alter Gelbsucht und übergibt sich mitten auf einem Weg, so lernt er Hannah Schmitz kennen, eine 36 jährige Frau, die ihm sofort hilft und ihn danach nach Hause begleitet. Nach mehreren Monaten ist die Krankheit verflogen und er besucht Frau Schmitz um sich zu bedanken. Doch bei diesem einzelnen Besuch soll es nicht bleiben: Hannah Schmitz verführt den jungen Michael Berg und die beiden entwickeln ein geheimes Verhältnis. Sie treffen sich oft und verbringen sogar Urlaubs- und Ferientage zusammen. Besonderheit an diesem Verhältnis ist, dass Michael, Hannah immer vorliest, meistens Bücher die er selbst in der Schule lesen soll. Als Michael jedoch älter wird verbringt er viel mehr Zeit mit Freunden und Klassenkameraden. Er erzählt jedoch nichts von seinem Verhältnis und glaubt, dass er Hannah damit verrät. Am ende des ersten Teils verschwindet Hannah spurlos und lässt Michael alleine.
Im zweiten Teil ist der erste Zeitsprung zu verzeichnen: Michael ist bereits auf der Universität und studiert Jura. Er meldet sich für einen Kurs an wo es explizit um ein Ereignis aus der Nazizeit geht. Während eines Todesmarsches, welcher im Konzentrationslager Auschwitz anfing, wurden alle bis auf zwei Häftlinge während einer Pause in einer Kirche von alliierten Bomben getötet – und das weil die Wächterinnen die Türen nicht aufgeschlossen haben. Michael bemerkt das eine der Angeklagten Hannah ist, er beschäftigt sich ausgiebig mit dem Fall, viel mehr als er eigentlich müsste. Nach der Aussage einer Überlebenden erkennt Michael schließlich, dass Hannah Analphabetin ist und versteht erst jetzt warum er ihr immer vorlesen musste. Des Weiteren erklärt sich nun natürlich von selbst wieso der Prozess für Hannah so schlecht läuft, denn sie kann keinerlei Anklageschriften oder ähnliches lesen. Am ende des Prozessen bekommt Hannah lebenslänglich.
Am Anfang des dritten Teils lernt Michal für sein Examen. Er denkt die meiste Zeit an Hannah und lernt Semester für Semester in der Universitätsbibliothek. Nachdem eine kleine Gruppe ihn im Winter fragt ob er nicht Lust hat mit Skiurlaub zu machen beschließt er mit zu fahren. Während des Urlaubs wird er krank. Nach Heilung der Krankheit beschließt er Hannah, ihren Fall und seine Gefühle für sie zu vergessen, heiratet Gertrud welche er beim Skiurlaub kennen lernte, und bekam mit ihr eine Tochter namens Julia. Als Julia fünf Jahre alt ist, lassen sich Michael und Gertrud scheiden. Michael bemerkt natürlich, dass Julia nicht versteht was eine „Scheidung“ ist. Er versucht anderweitig Beziehungen aufzubauen, merkt aber das keine Frau wie Hannah ist. Er liest ihr vor – auf Kassetten und schickt sie ihr ins Gefängnis. Vier Jahre später, nachdem er nun von Beruf an Gerichtshistoriker ist, empfängt er von Hannah einen Brief, in dem sie ihm für die Vorlesungen dankt. Später bekommt er einen Brief der Gefängnisdirektorin, die ihn an Hannahs Entlassung erinnert. Er spricht vorher zwar noch mit Hannah, am Tag ihrer Entlassung hängt sie sich jedoch im Gefängnis auf. In einem kleinen Testament in einer Teedose erteilt sie Michael jedoch noch ihren letzten Wunsch: Er soll das angesammelte Geld, 7000 Mark, der letzten überlebenden geben. Diese wohnt in New York. Michael besucht sie behalten tut sie jedoch nur die Dose, mit dem Geld soll Michael weiter hantieren und es für gutes einsetzen. Hier endet das Buch.

3. Charakterisierung

3.1 Michael Berg

Michael ist die erste Hauptperson in diesem Buch, zu erst als 15. jähriger Junge dargestellt, bemerkt man früh das sein Verhältnis zu Hannah Schmitz sein ganzes Leben geprägt hat. Auch als Student und später als Familienvater hängt er immer noch an „seiner“ Hannah und merkt, dass jede Frau etwas von ihr haben sollte. Seine Beziehung zu seinem Vater war mehr schlecht als recht: Er war viel mehr mit arbeiten beschäftigt und kümmerte sich nicht viel um die Familie: Er war emotionslos und für Michael fast nie da. In seiner Kindheit war er viel Krank und hatte es so schwerer Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden.

3.2 Hannah Schmitz

Hannah wird uns im ersten Teil des Buches als freundliche und hilfsbereite Frau dargestellt, die Michael hilft wo er Gelbsucht bekam. Ihre Jugend verbrachte sie in Rumänien. Mit 17 Jahren kam sie nach Berlin und trat dann der Schutz-Staffel (SS) bei. In ihrer SS-Zeit wurde sie als Aufseherin in Konzentrationslagern verwendet, nach dieser Zeit musste sie sich mit Nebenjobs beschäftigen um zu überleben. Hannah ist Analphabetin, sie kann nicht lesen, das ist der Grund wieso sie Michael immer hat vorlesen lassen, ebenso ist das der Grund ihrer Inhaftierung und der harten Strafe. Sie war zu stolz um zuzugeben, dass sie Analphabetin ist. Am Ende des Buches stirbt sie durch Selbstmord.

4. Sprache

Da das Buch in der Neuzeit geschrieben ist, ist es leicht lesbar und verständlich. Die Länge eines Satzes entspricht ca. 17,5 pro 100 Wörter. Die durchschnittliche Silbenlänge liegt bei ca. 2,5 Silben pro Wort.

 
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