1. Interpretation

Der gestiefelte Kater ist eine Komödie von Ludwig Tieck, die dieser 1797 in den Volksmärchen zusammen mit Der blonde Eckbert und Ritter Blaubart veröffentlichte. des Schriftstellers Ludwig Tiecks (* 31. Mai 1773 in Berlin; † 28. April 1853 in Berlin).
Das bildungsbürgerliche Publikum kommentiert einen Theaterabend, von dem es anfänglich zwar den Titel kennt, aber trotzdem nicht so recht glauben kann, dass ihm das dazupassende Kindermärchen dargebracht werden soll.
Das Märchen greift die Ungerechtigkeit einer typischen Erbsituation auf: Bei dem Tode eines Bauers fällt an den ältesten Sohn das Pferd, an den zweiten noch ein Ochse und an den dritten ein anscheinend völlig wertloser Kater. Der Kater, der überraschend der menschlichen Sprache mächtig ist, vermag es nun aber, seinen Besitzer zu überzeugen, auf ein Paar Handschuhe, die sich aus dem Katzenfell anfertigen ließen, zu verzichten und stattdessen noch sein letztes Geld in ein Paar unsinnig erscheinende Stiefel für den Kater zu investieren.
Aus Dankbarkeit (auch wenn die Notwendigkeit des Stiefelpaares kaum sichtbar wird) erjagt der Kater nun zuerst einen Sack Rebhühner, die er dem hiernach verlangenden König gegen eine Belohnung in Gold überlässt und verschafft dann seinem Herrn, dem nun reichen Müllerssohn, ein einträgliches Grundstück mit Schloss, indem er den Vorbesitzer, einen Zauberer, bei dessen Eitelkeit zu mehreren Verwandlungskunststückchen überredet. Als dieser sich schließlich in eine Maus verwandelt, verspeist ihn dann der Kater. Der ursprünglich arme, besitzlose Müller, der vom Kater nun als Grafen ausgegeben wird, wird somit zum begüterten Grundbesitzer und heiratet schließlich die Königstochter.

2. Charakterisierung

2.1 Darsteller/Figuren im Stück

Der König, Prinzessin seine Tochter, Prinz Nathanael von Malsink, Leander, Hofgelehrter, Hanswurst, Hofnarr, Gottlieb Hinze, ein Kater, Gesetz: ein Popanz, Barthel, Lorenz, Kunz, Wirt, Mongomeier

2.2 Der Kater Hinze

Ihn würde ich schon ein sehr romantisch geprägtes Wesen nennen, er repräsentiert Freiheit, Natur und überwindet mit Hilfe seiner Schlauheit die Vertreter der Kultiviertheit und Zivilisation, wie den König und den Popanz. Dafür hilft er dem einfältigen Gottlieb

2.3 Der König

Der König vereint Dummheit, Einsicht und Rührung. Das Publikum ärgert sich über die unwahrscheinlichen Stimmungswandlungen. Komisch wirkt der König, als er in Krone und Königskleidung auf einen Baum klettert. Die Prinzessin Sie liest Modebücher ihrer Zeit, dichtet auch, ist aber grammatikalisch nicht sonderlich versiert. Sie tritt als Kontrastfigur zum König auf.

2.4 Hanswurst

Der Hanswurst im GK ist eine aktive und schlagfertige Figur, seine Kontrastfigur ist Leander, mit dem letztendlich auch über das Stück „Der gestiefelte Kater” diskutiert wird, was wiederum ein schönes Beispiel für den Illusionsbruch ist. Zuschauer: Fischer, Müller, Bötticher, Leutner, Wiesener, Dessen Nachbar, Schlosser Das Publikum konstituiert sich aus sechs Personen, die bürgerliche Namen tragen: Müller, Schlosser, Fischer, Leutner, Wiesener und dann noch ein Nachbar. Alle diese Leute befinden sich vor Beginn des Stückes im Glauben, für ein ihren Vorstellungen entsprechendes Stück bezahlt zu haben. Sie berufen sich zur Rechtfertigung ihres Erwartungshorizonts auf den guten Geschmack, um fortschrittlich aufgeklärt zu wirken.

2.5 Der Dichter(Hinter der Bühne)

Die Figur des Dichters verbindet alle Elemente der Wirklichkeit und des Spieles sehr stark. Dichter und Regisseur sind eine Person, das macht bei der Uraufführung Veränderungen möglich, zu welchen der Dichter vom Publikum auch andauernd genötigt wird.

 
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