Interpretation: Leben des Galilei von Bertolt Brecht

preuss.dennis.googlepages.com_kopievongalilei.jpg

1. Definitionen

1.2 Definition des Begriffes „Kopernikanische Weltsystem“

Das kopernikanische Weltbild löste im 16. Jahrhundert die alte Vorstellung ab, dass sich die Erde im Zentrum unseres Planetensystems befindet. Nicolaus Kopernikus (1473-1543) gilt als Begründer des heliozentrischen Weltsystems, bei dem die Sonne im Mittelpunkt des “Sonnensystems“ steht. Allerdings konnte sich Kopernikus noch nicht von der Jahrhundertealten Vorstellung der vollkommenen Kreisbewegung lösen, so dass die Planeten in seinem System auf exakten Kreisbahnen um die Sonne laufen.

http://www.astronews.com/frag/antworten/frage635.html

1.2 Definition des Begriffes „Inquisition“

Inquisition (lateinisch inquisitio: gerichtliche Untersuchung), Bezeichnung für die seit dem Mittelalter von kirchlichen Institutionen zur Verfolgung, Anklage und Verurteilung von so genannten Ketzern oder Häretikern eingerichteten Behörden sowie für die Verfolgung der Ketzer und Häretiker selbst. Die Inquisition wurde meist mit staatlicher Hilfe betrieben.

Microsoft ® Encarta ® 2006 © 1993-2005 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

2. Aufbau

Das Stück ist schwer einzuordnen, da es eine Mischung von einem dramatischen und modernen Theater ist. Brecht selber bezeichnet es als episches Theater. Wenn man beide Formen gegenüberstellt merkt man schnell den Unterschied.

Dramatisches Theater Episches Theater
verwickelt den Zuschauer in eine Aktion Der Zuschauer wird zum Betrachter
Lässt Gefühle zu Vermittelt dem Zuschauer Kenntnisse
Vermittelt dem Zuschauer Erlebnisse Der Zuschauer wird dem Inhalt gegenüber gesetzt
Der Zuschauer wird in eine Handlung hineinversetzt Erkenntnisse werden fast schon erzwungen

3. Inhaltsangabe

Der italienische Physiker und Mathematiker Galileo Galilei will das neue Kopernikanische Weltsystem beweisen, bei dem die Sonne im Mittelpunkt steht und die Erde sie umkreist. Er lebt im 17. Jahrhundert wo die Kirche Forschungen über die Erde nahezu verbietet. Galilei wohnt mit seiner Tochter in ärmlichen Verhältnissen in Padua. Er hält an der dortigen Universität Vorlesungen. Da er dort nicht viel Geld verdient gibt er noch Privatunterricht. Als der Adlige Ludovico Marsili Galilei bittet ihm Unterricht zu geben, erzählt er ihm, dass in Holland das Fernrohr erfunden wurde. Woraufhin Galilei das Fernrohr verbessert und als seine Erfindung ausgibt. Dadurch erhält er seine lang ersehnte Gehaltserhöhung und forsch weiter. Doch der Schwindel fliegt auf, aber Galilei weißt darauf hin, damit bessere Sternenkarten für die Schifffahrt zeichnen zu können. Durch weitere Forschungen entdeckt er die Jupiter Monde und beweißt das Kopernikanische Weltsystem. (Mittlerweile in Venedig…) Obwohl ihm abgeraten Venedig, wo er vor der Inquisition sicher ist zu verlassen, geht er nach Florenz. Dort arbeitet er für einen Großherzog, den er auch persönlich unterrichtet. Doch am Hof und allgemein in Florenz stoßen seine Thesen auf Unglauben. Umso mehr ist er überrascht, dass das Forschungsinstitut des Vatikans seine Entdeckungen bestätigt. Es scheint als hätte die Vernunft und die Wissenschaft gesiegt. Doch diese Euphorie hält nicht lange an. Er wird ermannt seine Ergebnisse nicht zu veröffentlichen, sondern höchstens als Hypothese zu verbreiten. Acht Jahre später als der alte Papst gestorben ist und Kardinal Barbarin (ehemaliger Wissenschaftler) zum Papst gewählt wird, veröffentlicht er seine Theorien nicht in Latein, sondern damals äußerst selten in der Sprache des Volkes. Galilei wird daraufhin wieder nach Rom beordert. Ihm wird die Folter angedroht und aus Angst widerruft er seine Lehre. Er darf zwar weiter forschen aber nie wieder veröffentlichen. Trotz scharfer Kontrollen schafft er es ein wissenschaftliches Werk über die Mechanik zu schreiben und zu veröffentlichen. Er lebt bis zu seinem Tode in Rom.

4. Personen

4.1 Galilei Galileo

Wie es der Titel schon verrät ist die Hauptperson hier Galilei Galileo. Er ist ein sehr vernünftiger und sinnlicher Wissenschaftler immer auf der Suche nach der Wahrheit. Galilei sieht sich als Fremder auf dem Objekt, das er selbst untersucht. Zu Anfangs des Stückes tritt er als positiver Held auf, immer im Glauben an die menschliche Vernunft. Doch Schritt für Schritt erfährt es, dass die wissenschaftliche Entfaltung durch die Mächtigen (Vatikan) eingeschränkt ist. Da er sich aber der Kirche unterworfen hat und seine Lehre widerrufen hat, um Folter und dem Tod zu entgehen, steht er am Ende des Stückes als negativer Held (Verlierer) da.

4.2 Andrea Sarti

Er ist der Sohn von Galileis Haushälterin und wird von ihm kostenlos unterrichtet. Er war einer seiner Lieblingsschüler und eine Person die Galilei sehr nahe stand. Mit 11 Jahren wollte er schon Physiker werden. Andrea ist wissensgierig und lernt viel von Galilei. Er wird ein ebenwürdiger Wissenschaftler, der selbst eigene Erfindungen hervorbringt.

4.3 Der kleine Mönch

Der kleine Mönch ist ein studierter Mathematiker. Er muss sich zwischen den Parteien Kirche und Wissenschaft (hier Wahrheit) entscheiden. Als ein Mitglied des Forschungsausschusses des Vatikans dem „Collegium Romanum“ wird er zum Freund Galileis.

5. Handlung

Das Schauspiel ist in 15 Szenen (Bilder) eingeteilt und durchnummeriert. Das Geschehen läuft nicht dramatisch auf Höhepunkt, Katastrophe oder Lösung zu. Brecht will mit diesem Gegensatz einen kritischen Abstand des Betrachters zur Handlung erzeugen. Der Zuschauer soll selber denken und keine Lösung präsentiert bekommen. Die Szenen sind chronologisch zu den Ereignissen gewählt und weißen auf eine Spannungskurve hin.

preuss.dennis.googlepages.com_kopievonhandlung.jpg

6. Hypothesen über die Wirkung

6.1 Sprache

Die Sprache ist nicht sehr kompliziert. Es werden sehr viele lange Sätze inklusive Nebensätzen verwendet, sodass man manche Sätze mehrmals lesen muss. Das Buch ist in Prosa verfasst und enthält fast keine Lieder oder kommentierende Monologe. Brecht verwendet Metaphern als Leitmotive.

Kapitel 6 Seite 58 von „der Saal des Collegium…“ bis „Sancta simplicitas…“

Fortsetzung folgt( Wörter werden noch ausgewertet )

6.2 Stil

Das Buch wurde zwischen 1938 und 1939 geschrieben. In dieser Zeit herrschte in Europa der Nationalsozialismus. Die Epoche ist die Zeit der Exil-Literatur zwischen dem Weltkrieg. Es gibt 3 Fassungen meines Buches. Ich habe die erste gelesen. In den 2 weiteren Fassungen klagt er sich selber an als Wissenschafter versagt zu haben. Dies ändert Brecht ab, als Reaktion auf die Atombombenabwürfe der USA über Japan.

Brecht meint: „Man darf bloßes Wissen nicht einfach so weitergeben, wenn daraus eine Gefahr entstehen kann, die Wissenschaft muss auch Verantwortung übernehmen.“

Galilei war eigentlich ein Aufklärer, deshalb könnte man das Buch auch als Buch der Aufklärung ansehen (meine Theorie). Er glaubt an Vernunft etc. und Wissen ist ihm sehr wichtig.

Erstellt von Dennis Preuß

 
bbs/fgt1b/das_leben_des_galilei_bertolt_brecht.txt · Zuletzt geändert: 2018/11/12 11:39 von 87.151.87.248
 
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki