Der Steppenwolf Hermann Hesse (Roman)

Über den Autor ( Quelle http://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Hesse )

Hermann Karl Hesse wurde am 2.Juli 1877 Calw (Württemberg)in Nordschwarzwald geboren. Er stammte aus einer christlichen Missionarsfamilie und wuchs in einer behüteten und intellektuellen Familienatmosphäre auf. Er war ein deutsch-schweizerischer Dichter, Schriftsteller und Freizeitmaler. Seine bekanntesten Werke sind “Der Steppenwolf”, “Siddhartha” und “Das Glasperlenspiel”, die die Suche des Individuums nach Spiritualität außerhalb der Gesellschaft zum Inhalt haben.

Hermann Hesse hatte fünf Geschwister, von denen zwei sehr früh verstarben. Hesse war ein sehr phantasievolles Kind, reich an unterschiedlichsten Gefühlen und hatte ein ausdrucksstarkes Temperament wie auch seine Mutter schon früh bemerkte. 1881 zog die Familie für fünf Jahre nach Basel, wo Hesse Schüler in der Internatsschule der Mission war. Die Familie zog dann aber im Juli 1886 wieder nach Calw zurück, wo Hesse zunächst in die zweite Klasse der Calwer Lateinschule eintrat. Als staatlicher Schüler musste Hesse auf sein Schweizer Bürgerrecht verzichten. Deshalb erwarb ihm der Vater im November 1890 die württembergische Staatsangehörigkeit. Im Mai 1892 kam es in der von dem Theologen und Seelsorger Christoph Friedrich Blumhardt geleiteten Anstalt Bad Boll zu einem Suizidversuch. Im Anschluss daran wurde Hesse als 15-jähriger Jugendlicher, bedingt durch sein Verhalten, durch seine Eltern in die Nervenheilanstalt in Stetten im Remstal bei Stuttgart verbracht, wo er im Garten arbeiten und beim Unterricht geistig behinderter Kinder helfen musste. Ab Ende 1892 besuchte er das Gymnasium in Cannstatt. 1893 bestand er zwar dort das Einjährigen-Examen, brach aber dennoch die Schule ab. Nach der Schule begann er seine Ausbildung zum Schriftsteller. 1946 wurden ihm u.a. der Nobelpreis für Literatur und 1955 die Friedensklasse des „Pour le Mérite” verliehen. Er starb am 9. August 1962 in Montagnola, Schweiz.

Einordnung in das Zeitfeld “Weimarer Republik”

Als Hermann Hesse den Roman “der Steppenwolf” schrieb, litt er unter der technisch-rationalisierten Welt und der Zivilisation, durch die er Geist und Seele der Menschen gefährdet sah. Das Gefühl der Bedrohtheit durch nahe Katastrophen und neue Kriege ließ ihn nicht los. Auch befand er sich in einer tiefen persönlichen Krise, als er 2 Jahre vor seinem 50sten Geburztag in sein Tagebuch schrieb: „Ich schmeiße alles hin, mein Leben,... ich alternder Mann. Auf eure Welt anders zu reagieren als durch Krepieren oder durch den Steppenwolf wäre für mich Verrat an allem, was heilig ist.“ Wie Hesse selbst, so überlegt sich auch Harry Haller, die Hauptperson des Romans, sich umzubringen. Genauso, wie auch der Steppenwolf im “tractat vom Steppenwolf” sich das Ziel setzt, seinen 50. Geburtstag als den Tag festzulegen, an dem er die Möglichkeit haben würde, sich umzubringen. „Ich nahm mir vor, dass ich an meinem 50. Geburtstag, also in zwei Jahren, das Recht haben werde, mich aufzuhängen.“ Um seine Lebenskonflikte zu bewältigen nahm Hermann Hesse an therapeutischen Gesprächen mit J.B. Lang, einem Psychoanalytiker aus der Schule des C.G. Jung teil, in dessen Club er vorab Teile des Steppenwolfes veröffentlichte. Das Buch drückte damit die Zeit der Weimarer Republik und Hesses perönliche Spaltung zwischen seiner bürgerlich-angepasste Seite und seiner steppenwölfische, einsame, sozial- und kulturkritische Seite dar.

Wichtigste Charaktere

- Harry Haller - Hauptfigur die ein Alter Ego zu Hermann Hesse darstellt und den Steppenwolf verkörpert

- Tante - Besitzerin des Hauses in dem der “Steppenwolf” wohnt

- Hermiene - Bekanntschaft Hallers aus einer Tanzkneipe und seine “Selenverwandte”

- Maria - Prostituierte und Kollegin Hermienes die Haller die freuden korperlicher nähe zeigt

- Pablo - ein Musiker und Freund Hermines

Handlung des Buches

Der etwa 48jährige Harry Haller lässt sich für 10 Monate in einer größeren schweizerischen Stadt nieder, die er vor 25 Jahren schon einmal besucht hat. In dieser erzählten Zeit überwindet er seine tiefe Depression und seinen Gesellschaftsekel durch neue Freunde die er im Laufe der Geschichte trifft. Das Vorleben der Hauptfigur wird nur sehr kurz und beiläufig dargestellt: Haller ist (klein-)bürgerlich aufgewachsen, hat einen Beruf im Feld der Dichtung, Musik und Philosophie ausgeübt, ist als Autor von Büchern und als Kenner Mozarts und Goethes hervorgetreten, seine pazifistischen Ansichten sind in der Öffentlichkeit bekannt. Er hat mehrere Schicksalsschläge hinnehmen müssen die allerdings nur angedeutet sind: das eine Mal verlor er seinen Ruf und sein Vermögen, das andere Mal verlor seine Frau den Verstand und verließ ihn. Danach konzentriert er sich auf seinen Beruf, bis er auch darin keine Befriedigung mehr findet und eine Phase wilder, anstrengender Reisen beginnt. Die Geschichte spielt nach dieser Phase der Reisen, in der er “beruflos, familienlos, heimatlos” geworden und noch immer unterwegs ist. Hallers Vorstellungen vom Glück sind durch die wenigen Freudenstunden bestimmt, in denen er “Wonne, Erlebnis, Ekstase und Erhebung” durch Dichtung oder Musik erlebt hat. Er sehnt sich nach dem Wiederfinden “einer goldenen göttlichen Spur”, die er durch die ihn umgebende bürgerliche Ordnung verdeckt und zerstört sieht. Die Teilhabe an dieser göttlichen Welt strebt er auch durch eigene Werke an, die ihm aber wegen eines Kampfes seiner “beiden Seelen” gegeneinander nicht gelingen. Denn Haller beschreibt sich selbst als “Steppenwolf”, als ein Wesen mit zwei Persönlichkiten: Als Mensch ist er ein normaler Bürger, der an schönen Gedanken, Musik und Philosophie interessiert ist. Er hat Geld auf der Bank, ist Anhänger von bürgerlicher Kultur, Träger bürgerlicher Kleidung und mit normalen Sehnsüchten. Als Wolf ist er ein vereinsamter Zweifler an der bürgerlichen Gesellschaft und Kultur, der sich für “ein den Bürgern überlegenes Genie”, einen “Außenseiter” und politischen Revolutionär hält. Er beschäftigt sich mit seinem Selbstmord, beschließt sogar, ihn möglicherweise an seinem 50. Geburtstag ohne zusätzlichen äußeren Anlass auszuführen.

Etwa in der Mitte des Romans trifft er in der Stadt die verständnisvolle Hermine in einem Tanzcafe, die ihn zunächst vage an einen “Hermann” von früher erinnert. Hermine ist eine jüngere Frau und Gelegenheitsprostituierte, die sich damit durchschlägt, auszuhelfen und damit, ausgehalten zu werden. Für Haller ist sie eine (Ver-)Führerin zu neuen Erfahrungen. Haller und Hermine bezeichnen sich als “Geschwister”, Hermine sieht sich als einen Wesensspiegel, der Hallers Wünsche aufnimmt und beantwortet, eine Seelenverwandte, die ihm das Tanzen zu neuen Rhythmen und lachen und leben lehrt. Ihre wichtigste Lehre für Haller ist, dass er sein Glück selbst in die Hand nehmen müsse: “Wie kannst du sagen, du habest dir mit dem Leben Mühe gegeben, wenn du nicht einmal tanzen willst? (siehe S.97 Z. 35 - 37)”. Hermine legt Haller bald aus Lehrgründen seiner Nachreifung Maria ins Bett, eine schöne Frau und Kollegin Hermines. Haller mietet für ihre Liebesspiele eine kleine Wohnung und entdeckt mit ihr erstmals körperliche Wonnen. Aber schon bald treibt es Haller über seine neue Zufriedenheit hinaus, er sehnt sich nach neuem Leiden, das ihn zum Sterben willig und bereit für den ersten Schritt in eine neue Entwicklung macht. Er nimmt Abschied von Maria.

Haller besucht spät Abends einen Maskenball, der in einem großen Gebäude mit vielen Sälen, Korridoren und Geschossen stattfindet. In dem Getümmel findet er Hermine nicht, doch wird ihm ein Hinweis auf ein magisches Theater zugesteckt, das morgens um vier in dem als “Hölle” dekorierten Kellergeschoss stattfindet. Dort trifft er Maria wieder – und Hermine, in der er, seinen Jugendfreund Hermann erkennt und wieder ihrem/seinen “Zauber” erliegt. Haller widerfährt in der “Hölle” eine mehrfache Persönlichkeitsveränderung: Er erlebt den Untergang des Individuums in der Menge, seine “unio mystika” der Freude, Hermiene und er tanzen einen “Hochzeitstanz” und aus ihren/seinen Augen “blickte meine arme kleine Seele mich an”. Mit dieser “mystischen Vereinigung” beginnt die letzte Phase der Verwandlung: Hermine, Pablo (ein Musiker und Freund Hermines), und Haller nehmen gemeinsam Drogen ein und mit deren Wirkung öffnet sich der Bildersaal in Hallers Vorstellungskraft, das seit langem gesuchte “Magische Theater”, in welchem es “nur Bilder (gibt), keine Wirklichkeit”. Haller findet sich in einem hufeisenförmigen Korridor eines Theaters mit lockenden Inschriften an unzähligen Logentüren wieder, hinter denen sich Ereignisse abspielen, die Haller das Lachen beibringen sollen. Als sechstes seiner Erlebnisse tritt Haller mit dem Fuß einen Spiegel in Scherben und gerät in eine Loge, in der Pablo und Hermine vom Liebesspiel erschöpft nackt auf dem Boden liegen. Haller stößt ein Messer in das Mal eines Liebesbisses unter Hermines linker Brust und Hermine scheint zu verbluten. Haller kommen seine “hymnischen Verse” über die Unsterblichen in den Sinn, “Mozart” tritt in die Loge und bedient sich des Radios, um “Händels” Musik zu hören. Haller müsse das Lachen lernen, den Humor, der immer nur Galgenhumor sein könne. Für sein Verbrechen der (angekündigten und doch nicht wirklich vollzogenen) Ermordung Hermines wird Haller zur Strafe des ewigen Lebens und des einmaligen Ausgelachtwerdens verurteilt, weil er mit Messern gestochen (und nicht über sich und seine Eifersucht gelacht) habe. Haller ist optimistisch, dieses Spiel beim nächsten Mal besser spielen zu können.

Analyse Sprache/Stil

Die Sprache in der der Roman “der Steppenwolf” geschrieben ist,ist ein gut verständlicher, hochdeutscher Text. Der Text ist in verschiedende Abschnitte geteilt: So erklärt im ersten Abschnitt Hesse kurz als Erzähler worum wes im folgenden Text gehen wird und beschreibt wie er den “Steppenwolf” kennenlernte. Der restliche Text ist ein Manuskribt, das Harry Haller hinterließ, als er fortging. Dieses Manuskribt hat Hesse im weiteren Verlauf benutzt und es niedergeschrieben. Es zeigt die Geschichte Hallers als er in der großen Schweizerischen Stadt war und die “lehre” wie der “Steppenwolf” das Lachen und die Lust am Leben wiedererlangte. Dies gibt auch einen enblick in Hesses Leben da er Harry Haller als seinen Alter Ego verwendete. Aufgrundt dieser Shreibweise und den “lehren” die dieser Roman vermittelt, ist er für alle Menschen die sich für Hermann Hesse oder allgemein für Romane die die psyche eines Menschen beschreiben der in seinem Leben viel durchgemacht hat, zu empfehlen.

 
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