Gruppe: Roewer, Görtelmeyer, Pogoda
korrigierte Version in das Wiki gestellt am 10.12.09
Innere Mehrsprachigkeit des Deutschen und Sprachenvielfalt der deutschen Standardsprache

Gliederung

1. Einleitung

1.1 Vorwort

1.2 Definitionen

1.2.1 Standardsprache

1.2.2 Varietät

2. Hauptteil

2.1 Strukturnetz

2.2 Innere Mehrsprachigkeit des Deutschen (Varietäten)

2.2.1 Varietäten Arten

2.2.1.1 Diatopische (regionale) Varietät

2.2.1.2 Diastratische (soziale) Varietät

2.2.1.3 Diasituative (situativ - funktionale) Varietät

2.2.1.4 Diechrone (zeitliche) Varietät

2.2.2 Mischung von Varietäten

2.2.3 Beispiele zur Einordnung von Varietäten

2.2.3.1 Jugendsprache

2.2.3.2 Fachsprache

2.3 Sprachenvielfalt der deutschen Standardsprache (Stile)

2.3.1 Erläuterung von Stil

2.3.2 Stil an einem Beispiel dargestellt

2.4 Verbindung der Varietäten und der Stile

3. Schluss

3.1 Zusammenfassung

3.2 Literaturangaben

3.3 Quellen

1 Einleitung

1.1 Vorwort

In der folgenden Ausarbeitung werden wir die verschiedenen Aspekte der deutschen Nationalsprache bearbeiten. Dabei gehen wir auf die deutsche Standardsprache ein, auf die Varietäten der Sprache und auf den Stil der Sprache, in Deutschland.

1.2 Definition

1.2.1 Standardsprache

Die Standardsprache zeichnet sich dadurch aus, dass sie genormt in Form von so genannten Kodizes vorliegt. Man kann z. B. im Duden nachschlagen, wie ein Wort der Standardsprache geschrieben, ausgesprochen oder in einen grammatischen Kontext eingefügt werden kann bzw. muss. Die nationalen Standards definieren sich über die nationalen Kodizes Deutschlands, Österreichs und der Schweiz. Da in diesen drei großen deutschsprachigen Ländern unterschiedliche Kodizes gebräuchlich sind, lassen sich drei nationale Standardvarietäten differenzieren.

 (Quellen:  http://de.wikipedia.org/wiki/Standardsprache , 17.10.09 / 20 Uhr
            http://www.linguistik-online.de/32_07/spiekermann.html , 18.10.09 / 15 Uhr )

1.2.2 Varietät

In der Sprachwissenschaft sind Varietäten beschrieben als „eine besondere Eigenart innerhalb einer größeren Sprachlandschaft“ , also Varianten der Standardsprache und damit keine Standardsprache mehr. Man unterscheidet zwischen hallo Tristan vier Arten von Varietäten: diatopisch (ortsabhängige), diastratisch (sozialabhängige), diachronisch Du bist Schwul (zeitabhängige) und diasituativ (situationsabhängige) Varietäten.

 (Quellen:  Deutsche Sprache der Gegenwart oder das Unbehagen an der Sprachkultur
            http://de.thefreedictionary.com/Variet%C3%A4t , 14.10.09 / 12 Uhr )

2 Hauptteil

2.1 Strukturnetz

 Aushang in der BBS2 im Raum 3306

2.2 Innere Mehrsprachigkeit des Türken (Varietäten)

2.2.1 Varietäten Arten

2.2.1.1 Diatopische (regionale) Varietäten

Diatiopische Varietäten sind nicht zu verwechseln mit Dialekten. Während regionale Varietäten (in der Grafik Regionalsprache genannt) in einem regionalen Gebiet verwendet werden, entstehen die einzelnen Dialekte aus diesen Regionalsprachen. „Die Regionalsprache nimmt eine Zwischenstellung [zwischen Dialekt und Standardsprache] ein.“ Demnach werden Dialekte in einer Untergruppe der regionalen Varietät eingeordnet.

(Quelle: http://www.linguistik-online.de/32_07/spiekermann.html , 15.10.09 / 13 Uhr)

Standardsprache im DaF-Unterricht: Normstandard – nationale Standardvarietäten – regionale Standardvarietäten

2.2.1.2 Diastratische (soziale) Varietäten

Die diastratische Varietät „beinhaltet die für soziale Gruppen typischen Varietäten der Sprache.“ Am stärksten werden dabei Semantik und Pragmatik beeinflusst, also Teile der „Semiotik, die sich mit den Eigenschaften des sprachlichen Zeichens befasst.“ Unter diastratischen Varietäten sind auch Gruppensprachen zu verstehen.

(Quelle: http://www.wiebel.de/pdf/varietaeten.pdf  , 16.10.09 / 14:30 Uhr)

2.2.1.3 Diasituativ (situativ - funktionale) Varietät

Funktional-situative Varietäten sind beeinflusst „vom Gesprächspartner, dem Medium der Kommunikation und dem Thema der Kommunikation.“ Außerdem wird oftmals ein Vorwissen und Vorurteil der Kommunizierenden benötigt.

(Quelle: http://www.wiebel.de/pdf/varietaeten.pdf  , 16.10.09 / 14:30 Uhr)

2.2.1.4 Diachrone (zeitlich) Varietäten

„Die diachrone Varietät ist für den Idiolekt eines Sprechers wenig entscheiden“ . Sie gibt also keinen Einfluss auf den Wortschatz, das Sprachverhalten, die Ausdrucksweise und die Aussprache eines einzelnen. Die diachrone Varietät zeigt auf, worin zum Beispiel die Unterschiede der Sprache zweier Generationen bestehen.

(Quelle: http://www.wiebel.de/pdf/varietaeten.pdf  , 16.10.09 / 14:30 Uhr)  

2.2.2 Mischung von Varietäten

Es wird bei der Übertragung auf konkrete Sprachverwendungsweisen deutlich, dass es Schwierigkeiten mit der deutlichen Einordnung in die vier genannten Varietäten gibt. Das größte Problem dabei ist die Bestimmung der Mengen und Typen von sprachlichen Merkmalen um sicher zu gehen, dass es sich um die angenommene Varietät handelt, bzw. das die Varietäten auch deutlich von einander unterscheidbar sind. Zum Beispiel reichen in diaphasische Varietäten oft auch diastratische Varietäten hinein, da auch die soziale Stellung einer Person auf die Sprache, egal ob man sich mit jemanden mit dem gleichen Vorwissen unterhält oder nicht. Auch die ortsabhängigen Varietäten variieren hinsichtlich der Ziet, der Sprechergruppe und der Situation. „Auch hier ist jedoch gegenüber der diastratischen Varietät keine klare Abgrenzung möglich.“

(Quellen: Eva Neuland: Jugendsprache. Eine Einführung, Stuttgart, 2008, S.68
 http://www.wiebel.de/pdf/varietaeten.pdf  , 16.10.09 / 14:35 Uhr
 Kirsten Adamzik: Fachsprachen als Varietäten, Berlin 1998, S. 182)

2.2.3 Beispiele zur Einordnung von Varietäten

2.2.3.1 Jugendsprache

Die im folgenden Absatz heraus gearbeiteten Ergebnisse spiegeln natürlich nicht die Sprache wieder, mit der jeder Jugendliche spricht. Es wird viel mehr von einem Idealzustand ausgegangen, da sich (wie in 2.3.2 erläutert) Varietäten mischen und auch auf die Jugend mehr als nur ein Faktor einwirkt. Weiterhin sollte man bedenken, dass bei der Jugendsprache „das Altersargument kaum als Definitionsmerkmal ausreicht.“ Von Grund auf erwirbt jedes Individuum die allererste Sprache nicht bewusst, sondern wird in sie hineingeboren. „Häufig bleibt diese erste Sprache im ganzen Leben bestehen und indiziert die areale, soziale oder ethnische Herkunft des Sprechers.“ Durch neue soziale Kontakte entsteht dann die „sekundäre Sprache“ . Sie kann vorübergehende oder längerfristige Geltung haben. Die sekundäre Sprache besagt nun aber nicht mehr, wo man herkommt, wie es die erste Sprache getan hat, sondern die Einstellung, die Interessen, wer man sein will und die gewählte Gruppenzugehörigkeit. Die Jugendsprache ist ein Teil der sekundären Sprache, zeitlich betrachtet wahrscheinlich der erste. Die Jugendsprache als reine diastratische Varietät zu bestimmen ist allerdings schwierig , da man die Jugendlichen in soziale Gruppen einordnen müsste. Die Einordnung wäre nicht für alle Jugendlichen gleich, da nicht alle die gleiche soziale Umgebung haben. Systematische Beschreibungen führen zu der Erkenntnis, „dass viele sprachliche Besonderheiten unter den Bedingungen der benutzten Medien (z.B. Jugendzeitschriften) zustande gekommen sind.“ Allerdings werden diese Merkmale nicht von allen Jugendlichen angewendet, was eine konkrete Einordnung der Jugendsprache in die vier genannten Varietäten kaum möglich macht, da diese der „Dynamik und Komplexität konkreten Sprachgebrauchs“ nicht gerecht wird. An diesem Beispiel sieht man sehr gut, wie schwer die Einteilung in die Varietäten ist.

(Quellen: Zitat: Jannis K. Androutsopoulos: Deutsche Jugendsprache. Untersuchengen zu ihren Strukturen und
 Funktionen, Frankfurt 1998, S.586
 Eva Neuland: Jugendsprache. Eine Einführung, Frankfurt am Main, 2009, S. 68 )

2.2.3.2 Fachsprachen

Wie auch die Jugendsprache ist die Fachsprache sehr schwer ein zu ordnen. Die Fachsprache (Sprache, die von Fachleuten untereinander gesprochen wird) ist natürlich am Einfachsten der diaphasischen Varietät ein zu ordnen , da Fachleute ein Vorwissen (oder besser Fachwissen) benötigen und das Thema der Kommunikation eine große Rolle spielt (s. 2.3.1.3). Es wird oft die „Bindung der Fachsprache an eine soziale Gruppe betrachtet, so dass man alternativ auch eine Zuordnung zur diastratischen Varietät vorsehen könnte.“ Man beschränkt sich also bei Fachsprachen oft auf eine bestimmte soziale Schicht, was von der Fachsprachenforschung nicht gewollt ist. Man sieht also auch hier, dass Fachsprachen in die vier Varietäten nur schwer ein zu ordnen sind und daher „liegt es vom Blickwinkel der Fachsprachenforschung am nächsten, die Variationsdimensionen um eine weitere zu bereichern, um [… eine] Variationsdimension Fachlichkeit/ Thematik/ Inhalt.“

(Quelle:Kirsten Adamzik: Fachsprachen als Varietäten, Berlin 1998, S. 182) 

2.3 Sprachenvielfalt der deutschen Standardsprache (Stile)

2.3.1 Erläuterung von Stil

Der „Stil“ als Teil der deutschen Sprache kann als eine, als subjektiv auszeichnende, Gestaltung oder Sinngebung von Sprache und Text verstanden werden. Es liegt jedoch keine eindeutig formulierte Theorie des Begriffs „Stil“ vor. Aus diesem Grund wird über den Sinn des eigenständigen Begriff des „Stils“, in der deutschen Sprache diskutiert und in Betracht gezogen den „Stil“ in die Kategorie der Varietäten einzuordnen, als „Funktiolekt“ oder auch „Situalekt“, also einer funktions- oder situationsbedingten Varietät der Sprache. Die Inkonsistenz des Begriffs „Stil“ führt dazu, dass, wenn von Sprache oder Text mit Abweichungen von der Standardsprache die subjektiv und gestalterisch erscheinen, lediglich von „stilistisch markierter Standardsprache“ und nicht von „Stil“ gesprochen wird. Diese „stilistische Markierung der Standardsprache“ hat in vielerlei Hinsicht Auswirkung auf unsere deutsche Nationalsprache, insbesondere in der Modernen, die stark von Medien und Werbung geprägt ist, in denen häufig Stilmittel angewandt werden um Text und Sprache einen individuellen Charakter zu verleihen. So werden zum Beispiel in der Werbung häufig abstrakte Begriffe verwandt die nicht dem deutschen Standardsprachschatz entsprechen jedoch, mit dem bereits vorhandenen Wortschatz assoziiert einen eigenen Sinn erhalten.

(Quelle: Klaus Mattheier: Grundzüge der Varietätenlinguistik, Frankfurt 2002, S. 424-426)

2.3.2 Stil an einem Beispiel dargestellt

Im folgenden Teil wird an einem Auszug aus einer Stellenanzeige von IKEA, beispielhaft erklärt inwiefern sich die „stilistische Markierung“, auf beispielsweise einen Text, auswirken kann. :

 „…Wir suchen 220 IDEAL Mitarbeiter mit FORMAT und ELLAN in der Nähe der Kölner CITY. Wenn du LOKKA, NATURLIG und dennoch EFFEKTIV bist…“ 

Die teilweise falsch angewandte Rechtschreibung ist gewollt, da sie den schwedischen Akzent und somit den Ursprung der IKEA-Kette und die lockere schwedische Lebensart untermalen soll. Des Weiteren fällt auf das die, im Originaltext mit Abbildungen von Möbelstücken, verbundenen Schlagwörter nicht nur die Erwartungen an den Mitarbeiter, sondern auch das Konzept des schwedischen Möbelhauses darstellen sollen. Auf diese Weise kann man durch das geschickte anwenden von „Stil“ bzw. „stilistischer Markierung“ Text und Sprache einen unverwechselbaren, subjektiven und charakteristischen Akzent geben.

(Quelle: Albert Busch: Deutsche Sprache der Gegenwart oder das Unbehagen an der Sprachkultur, Göttingen 2009, pdf.-Datei der Vorlesung an der Georg-August-Universität Göttingen)

2.4 Verbindung der Varietäten und der Stile

Stile wie zum Beispiel der Werbestil oder der Wissenschaftsstil sind der stilistisch markierten Standardsprache untergeordnet. Mit dieser stilistisch markierten Standardsprache wird gezeigt, dass auch die Standardsprache nicht frei von Einflüssen ist, sondern beispielsweise beim Werbestil das Produkt gut zu verkaufen und hohen Gewinn zu erzielen. Diese stilistisch markierte und die stilistisch unmarkierte Standardsprache ergeben die Standardsprache. Ähnlich ist es bei den Varietäten, dort ergeben die in 2.2.1 erläuterten Varietäten die nicht standardisierte Sprache. Da es nur zwei Möglichkeiten gibt die deutsche Sprache zu benutzen (Standardsprache und nicht Standardsprache) ergeben diese beiden Möglichkeiten zusammen die deutsche Sprache. Der Aufbau der deutschen Sprache ist in einer Grafik von Albert Busch (Göttingen) dargestellt:

Die Grafik ist unter folgendem Link unter dem Gliederungspunkt 1.4 zu finden:

http://deutschlehrerzentrum.uni-goettingen.de/materialien/Sprache_der_Gegenwart.pdf

(Quelle: Albert Busch: Deutsche Sprache der Gegenwart oder das Unbehagen an der Sprachkultur, verfügbar unter: http://deutschlehrerzentrum.uni-goettingen.de/materialien/Sprache_der_Gegenwart.pdf , 15.10.09 / 15 Uhr)

3 Schluss

3.1 Zusammenfassung

Allgemein ist zu sagen, dass man in der Nationalsprache Deutsch zwischen der Standardsprache in ihrer „rein Form“, der stilistisch Markierten Standardsprache bzw. dem Stil und den Varietäten unterscheidet. Zugleich setzt sie sich aus den Varietäten und der Standardsprache zusammen

3.2 Literaturangaben

 Jannis K Androutsopoulos
 Deutsche Jugendsprache. Untersuchungen zu ihren Strukturen und Funktionen
 Peter Lang Verlagsgruppe
 Frankfurt
 1998
 ISBN: 978-3631338667

 Eva Neuland
 Jugendsprache: Eine Einführung
 UTB
 1.Auflage
 Stuttgart
 2008
 ISBN: 978-3825223977

 Kirsten Adamzik
 Fachsprachen als Varietäten
 In: Fachsprache. Ein internationales Handbuch zur Fachsprachenforschung und Terminologiewissenschaft Hrsg: Lothar Hoffmann / Hartwig Kalverkämper / Herbert  Ernst Wiegand
 S. 181–189
 Walter de Gruyter Verlag
 Berlin
 1998
 ISBN: 978-3-11-011101-9

 Klaus Mattheier
 Grundzüge der Varietätenlinguistik
 In: Kleine Enzyklopädie Deutsche Sprache
 Hrsg: Wolfgang Fleischer, Gerhard Helbig, Gotthard Lerchner
 Peter Lang Verlagsgruppe
 Frankfurt
 2002
 ISBN-13: 978-3631353103

3.3 Quellen

 Dirk Wiebel
 Diachrone Darstellung deutscher Dialekttheorie des 20. Jahrhunderts
 16.10.09 / 14:30 Uhr

verfügbar unter: http://www.wiebel.de/pdf/varietaeten.pdf


 Standardsprache im DaF-Unterricht: Normstandard – nationale Standardvarietäten – regionale Standardvarietäten
 15.10.09 / 13 Uhr

verfügbar unter: http://www.linguistik-online.de/32_07/spiekermann.html


 Albert Busch
 Deutsche Sprache der Gegenwart oder das Unbehagen an der Sprachkultur
 verfügbar unter:
 15.10.09 / 14 Uhr

http://deutschlehrerzentrum.uni-goettingen.de/materialien/Sprache_der_Gegenwart.pdf


 17.10.09 / 20 Uhr

http://de.wikipedia.org/wiki/Standardsprache

 
bbs/fgt11a/innere_mehrsprachigkeit_des_deutschen_und_sprachenvielfalt_der_deutschen_standardsprache.txt · Zuletzt geändert: 2019/01/07 18:47 von 31.18.249.149
 
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki