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Bedeutung von Goethes Bildungsreise jkifgfdfgdfgf

Gliederung:

1. Einleitung



2. Hauptteil
2.1. Kurzer Lebenslauf von Johann Wolfgang von Goethe
2.2. Bildungsreisen im 18.Jhd.
2.3. Goethes erste Italienreise (1786 – 1788)
2.4. Goethes zweite Italienreise (1790)

3. Schluss

4. Quellen

1. Einleitung

Diese Arbeit befasst sich mit den Bildungsreisen von Johann Wolfgang von Goethe und deren Auswirkungen auf ihn. Zu Anfang werde
ich kurz eine Übersicht über das Leben von Goethe geben um den Zeitpunkt der meiner Ansicht nach wichtigsten Reisen
aufzuzeigen. Danach werde ich die allgemeine Bedeutung von Bildungsreisen im 18.Jhd. erläutern. Ich habe die zwei
Italienreisen Goethes bei der Sichtung der Materialien für am wichtigsten befunden und habe sie deshalb anschließend
ausführlich bearbeitet.

2. Hauptteil

2.1 Kurzer Lebenslauf von Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main in eine angesehene und wohlhabende Patrizierfamilie
geboren. In seiner Kindheit wird er fast ausschließlich von seinem Vater Johann Caspar (1710 – 1782) unterrichtet. Sein
literarisches Interesse entwickelt sich schon in früher Kindheit, beeinflusst durch seine Mutter, Märchen und dem Theater. Von
1765 bis 1771 studiert Goethe auf Drängen seines Vaters Jura in Leipzig. Obwohl er anfangs sein Studium nicht sehr ernst
nahm und lieber zu Poetikvorlesungen ging, sowie sein Studium im Juli 1768 wegen einer Erkrankung zwischenzeitlich unterbrechen
musste, schließt er sein Studium im August 1771 ab und arbeitet die kommenden vier Jahre als Anwalt in Frankfurt.
1772 verliebt Goethe sich unglücklich in Charlotte Buff, woraufhin „ Die Leiden des jungen Werther“ entstand. Die Verlobung mit Anna Elisabeth Schönemann im Jahre 1775 hält nicht lange. Im selben Jahr im November trifft Goethe in Weimar
ein um auf Einladung des Herzogs Karl August von Sachsen-Weimar eine ministerielle Tätigkeit auszuführen. Am Hof von Anna
Amalia lernt er Charlotte von Stein kennen, die einen mäßigenden Einfluss auf ihn ausübte. 1779 übernimmt Goethe als
Geheimrat die Leitung von einigen Kommissionen. Drei Jahre später wird er auf Grund seiner Leistungen im Staatsdienst geadelt
und beginnt sich internsiv mit den Naturwissenschaften zu beschäftigen. Während seiner ersten Italienreise von 1786 bis 1788
vertieft er diese Studien (Bereich: Stein und Pflanzen). Nach seiner Italienreise lernt er das einfache Mädchen
Christiane Vulpius kennen und lieben. Er geht mit ihr eine Lebensgemeinschaft ein. Am 25. Dezember 1789 wird Goethes und
Christianes Sohn Carl August geboren (überlebt als einziger von Goethes 5 Kindern). 1790 reist Goethe erneut nach Italien um
die Herzogin - Mutter Anna Amalia abzuholen. Was seine Eindrücke von Italien angeht, verläuft diese Reise eher
enttäuschend. Schillers Tod 1805 setzt Goethe stark zu, da ihn eine enge Freundschaft mit ihm verband.
Goethe erkrankt. 1815 lässt sich Goethe mit Christiane kirchlich trauen nachdem, die Franzosen in Weimar waren.
Christiane stirbt am 06. Juni 1816. Goethe am 22.März 1832, höchst wahrscheinlich an einem Herzinfarkt und wird am 26. März
in der Weimarer Fürstengruft bestattet.

2.2. Bildungsreisen im 18.Jhd.

Die Bildungsreisen des 18. Jahrhunderts sind strikt zu unterscheiden von den heutigen Tourismus-Reisen. Jegliche Art von Reise
barg Gefahren wie Straßenräuber oder Unfälle mit den Kutschen, die durch die schlechten Zustände der Straßen öfter vorkamen.
Das Reisen allgemein dauerte sehr lange und war dementsprechend sehr teuer. Es konnten sich also nur Reiche das
Reisen leisten. Hinzu kommt bei Auslandsreisen, dass nur sehr wenige Menschen eine Fremdsprache beherrschten. Das
Zurücklegen von weiten Wegstrecken etablierte sich schon im Mittelalter durch die Händler. Diese waren dazu gezwungen, wollten
sie ihre Ware gewinnbringend handeln. Danach begannen auch immer mehr Pilger meist zu Fuß nach Rom zu wandern um führ ihre
Sünden zu büßen. Dann erst folgten Schriftsteller, Maler, Musiker und Architekten den Reisenden, mit dem Ziel ihren
künstlerischen Horizont zu erweitern oder neue künstlerische Inspiration zu finden. Arbeit und Studium waren also die
Beweggründe, die im 18.Jh zu Reisen führten.

Wie schon erwähnt, konnten sich damals nur reiche Menschen das Reisen leisten. Ca. 95% der normalen Bevölkerung lebten und
arbeiteten ihr gesamtes Leben an einem Ort. In den reicheren Familien wurden immer häufiger die Söhne auf Bildungsreisen
nach z.B. Italien geschickt um die Erziehung, die durch Privatlehrer erfolgt war, zu erweitern.

2.3. Goethes erste Italienreise (1786 – 1788)

Nachts am 3. September 1786 bricht Goethe heimlich, fast fluchtartig seine Reise nach Italien an. Seine Arbeit als Minister
hatte er als erdrückend und seine Kreativität blockierend empfunden. Er hoffte durch das erleben der griechischen – römischen
Kultur in Italien seine künstlerische Kreativität wiederzuerlangen. Goethe reiste im geheimen anfangs unter dem Namen „Maler
Möller“ um nicht wieder erkannt zu werden. Lange wusste niemand, außer Karl August, wo Goethe war, was es ihm erlaubte, Italien zu
genießen ohne irgendwem Rechenschaft über seine Reise ablegen zu müssen.
Hier nun Goethes Reiseroute:
- Karlsbad : 03. September 1786
- München : 06. September 1786
- Mittenwald : 07. September 1786
- Auf dem Brenner : 08. September 1786
- Trient : 10. – 11. September 1786
- Torbole : 12. - 13. September 1786
- Malcesine : 14. September 1786
- Verona : 16. - 17. September 1786
- Vicenza : 19. - 25. September 1786
- Padua : 26. - 27. September 1786
- Venedig : 28. September - 14. Oktober 1786
- Ferrara : 16. Oktober 1786
- Cento : 17. Oktober 1786
- Bologna : 18. - 20. Oktober 1786
- Lojono auf den Apenninen : 21. Oktober 1786
- Giredo auf den Apenninen : 22. Oktober 1786
- Perugia : 25. Oktober 1786
- Terni : 27. Oktober 1786
- Cittá Castellana : 28. Oktober 1786
- Rom : 01. November 1786 - 21. Februar 1787
- Velletri : 22. Februar 1787
- Fondi : 23. Februar 1787
- St. Agata : 24. Februar 1787
- Neapel : 25. Februar - 26. März 1787
- Seefahrt : 29. März - 02. April 1787
- Palermo : 02. – 17. April 1787
- Alcamo : 18. - 19. April 1787
- Segesta : 20. April 1787
- Castel Vetrano : 21. April 1787
- Sciacca : 22. April 1787
- Girgenti : 23. - 27. April 1787
- Caltanisetta : 28. April 1787
- Unterwegs : 28. April - 01. Mai 1787
- Catania : 02. - 06. Mai 1787
- Taormina : 07. - 08. Mai 1787
- Seefahrt : 08. - 09. Mai 1787
- Messina : 10. - 13. Mai 1787
- Seefahrt : 13. - 16. Mai 1787
- Neapel : 17. Mai - 03. Juni 1787
- Rom : 08. Juni 1787 - 24. April 1788
- Siena : 27. April 1788
- Florenz : 29. April - 11. Mai 1788
- Bologna : 12. Mai - 21. Mai 1788
- Mailand : 22. Mai - 27. Mai 1788
- Como : 28. Mai 1788
- Konstanz : 3.- 10. Juni 1788
- Nürnberg : 13. – 16. Juni 1788
- Weimar : 18. Juni 1788
Goethe hatte seine Reisedauer eigentlich auf einige Monate geschätzt. Doch aus den paar Monaten wurden knapp zwei Jahre.
Goethe wollte das Altertum in Italien sehn (z. B. Monumente des römischen Altertums). Auch das Alltagsleben faszinierte und
beschäftigte ihn sehr. Goethe begann wieder zu schreiben und zu zeichnen. Allgemein seiner Kreativität, die blockiert zu sein
war, wieder Ausdruck zu verleihen. Er arbeitete an seinen Werken und konnte 1786 bereits das Werk „Iphigenie auf Tauris“ in
Versform vollenden. Sowie 1788 „Egmont“. Auch an „Faust“ arbeitete er weiter. Nachdem Goethe 1788 nach Weimar
zurückgekehrt war lernte er Schristiane Vulpius kennen(, die er später ehelichte). Auch Beruflich ergaben sich Veränderungen.
Er konzentrierte sich in Weimar und Jena auf wissenschaftliche und künstlerische Anstalten bei denen er immer mehr
kulturelle Aufgaben übernimmt. Das „Hoftheater“ wird beispielsweiße unter seinen Leitung gestellt und zu einer angesehenen Bühne.

Goethe veröffentlichte sein Reisetagebuch „Italienische Reise“ 1829 indem er sein Leben zwischen September 1786 und Mai
1788 beschreibt. Die Zeitlichen Abläufe der wirklichen Reise stimmen mit dem im Bericht überein. Doch während Goethe seine
Italienreise unter falschem Namen machte, ist er als Erzähler im Werk selbst die erste Person. Das Werk ist in Tagbuchform
aufgeteilt und geschrieben auch wenn es deutlich überarbeitet wurde. Die Einträge werden von ihm zum Teil an bestimmte Personen
adressiert, so dass es fast den Anschein macht als hätte er einen Brief geschrieben. Anfangs beschreibt er in
diesem Werk eher Eindrücke der Natur, Landschaft und des Wetter. Dies ändert sich im laufe des Werkes, so dass eher Kulturelle
Themen (z.B. Theater) im Vordergrund stehen. Goethe beschreibt auch viel seine eigene Malerei. Er möchte gern selbst Maler
werden und sucht deshalb Kontakt zu verschiedenen Malern. Doch trotz viel Zeit, die Goethe in seine Malerei investiert hat,
hat er keinen Erfolg.
Wie stark Goethe von seiner Zeit in Italien beeinflusst wurde ist auch gut anhand des folgenden Gedichtes zu sehn. Das von
Goethe verfasste Gedicht „Mignon / Kennst du das Land, wo die Zitronen blühen“ ist das Beispiel zur deutschen Italien-
Sehnsucht:

1. Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn,
Im dunkeln Laub die Goldorangen glühn,
Ein sanfter Wind vom blauen Himmel weht,
Die Myrte still und hoch der Lorbeer steht?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht` ich mit dir,
O mein Geliebter, ziehn.

2. Kennst du das Haus? Auf Sälen ruht sein Dach,
Es glänzt der Saal, es schimmert das Gemach,
Und Marmorbilder stehn und sehn mich an:
Was hat man dir, du armes Kind, getan?
Kennst du es wohl? Dahin!
Dahin möcht` ich mit dir,
O mein Beschützer, ziehn.

3. Kennst du den Berg und seinen Wolkensteg?
Das Maultier such im Nebel seinen Weg,
In Höhlen wohnt der Drachen alte Brut;
Es stürzt der Fels und über ihn die Flut.
Kennst du ihn wohl? Dahin!
Dahin geht unser Weg!
O Vater, laß uns ziehn!

Ich möchte hier nicht genauer auf das Gedicht eingehen. Es sei nur soviel gesagt: Das lyrische Ich, das die Natur oder in der 2.
Strophe dein Haus, in herrlicher Weise anpreist und lobt, scheint den in der dritten Strophe erwähnten Vater um die Erlaubnis
zu bitten mit dem Geliebten dort hingehen zu dürfen. Mit der Andeutung von Gefahr, die zu erwarten sein soll, und dem Willen des
lyrischen ich’s diese Gefahren für die Liebe aufzunehmen, wird eine große Sehnsucht zum Ausdruck gebracht.
Das Gedicht wurde Vertont. Sollte jemand Interesse haben sich eine Version anzuhören hier ein Link: http://www.youtube.com/watch?v=NRq-Sy_T7iI

2.4. Goethes zweite Italienreise (1790)

Im Jahre 1790 unternahm Goethe eine erneute Reise nach Italien. Diesmal aber nur bis Venedig. Seine Eindrücke und Erfahrungen
der ersten Reise konnte er nicht erneuern oder auffrischen. Goethe sah nicht die klassischen Ideale Italiens, sondern
empfand nur Abneigung gegenüber dem Schmutz und der Unordnung, der durch das öffentliche Leben der Menschen entstand. Den
Schmerz den Goethe über diese Tatsache empfand lässt sich gut anhand dieses Textes nachempfinden, den Goethe während seiner
zweiten Italienreise schrieb:

Noch ist Italien, wie ich’s verließ, noch stäuben die Wege,
Noch ist der Fremde geprellt, stell er sich, wie er auch will.
Deutsche Rechtlichkeit suchst du in allen Winkeln vergebens,
Leben und Weben ist hier, aber nicht Ordnung und Zucht;
Jeder sorgt nur für sich, ist eitel, misstrauet dem andern,
Und die Meister des Staats sorgen nur wieder für sich.
Schön ist das Land! doch ach! Faustinen find ich nicht wieder.
Das ist Italien nicht mehr, das ich mit Schmerzen verließ.

Goethe sieht das Idealbild seines von 1786 bis 1788 erlebten Italiens nicht mehr. Er ist sich des Negativen bewusst und weist,
wie in der letzten Zeile zu sehen, mit Bestimmtheit darauf hin, dass dies nicht mehr sein Italien ist. Das Italien, das er
liebte und nur unter “Schmerzen verließ“.

3. Schluss

Die wohl wichtigste Bildungsreise Goethes war seine erste Italienreise von 1786 bis 1788. Sie half ihn nicht nur sein
Kreativität wieder zu erleben sondern auch seinem Leben eine mit neuen Erfahrungen zu bereichern und sein berufliches Dilemma
zu lösen. Die knapp zwei Jahre in Italien spiegeln sich deutlich in einigen seiner Werke wider und hatten somit einen großen
Einfluss auf ihn.

4. Quellen (letzte Prüfung 10.06.09 ; 17:18 Uhr)

 
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