Die Leiden des jungen Werther - Johann Wolfgang Goethe

Inhaltsangabe

Die Handlung erstreckt sich im Zeitraum vom 4. Mai 1771 bis 20. Dezember 1772 „nach Eilfe“.

Als junger Mann, noch ohne festen Lebensplan, entflieht Werther dem Stadtleben und siedelt sich in dem idyllischen Dorf „Wahlheim“ an. Er genießt es, in der Natur umherzustreifen, und verarbeitet seine Eindrücke hin und wieder durch Zeichnungen. Sein vages Lebensziel ist, einmal Künstler zu werden. Eines Tages lernt Werther den Amtmann kennen, der ihn einlädt, ihn doch einmal zu besuchen. Werther schiebt den Besuch auf und hat ihn bald vergessen. Auf der Fahrt zu einem Tanzvergnügen zusammen mit anderen jungen Leuten macht die Kutschgesellschaft beim Haus des Amtmanns halt, um dessen Tochter Lotte abzuholen. Werther sieht sie, umringt von acht jüngeren Geschwistern, denen sie ihr Abendbrot von einem Brotlaib Stück für Stück abschneidet. Der junge Werther ist tief beeindruckt von der Szene und ihrem Mittelpunkt, dem schönen Mädchen, welches eine Mutterrolle übernommen hat. Der Amtmann ist verwitwet. Während des Balls, dem Ziel des gemeinschaftlichen Ausfluges, schlägt Lotte „mit der liebenswürdigsten Freiheit von der Welt“ Werther vor, einen bestimmten Tanz, den „Deutschen“, mit ihr zu tanzen. „Es ist hier so Mode, fuhr sie fort, dass jedes Paar, das zusammengehört, beim Deutschen zusammenbleibt“. Als Lottes Freundinnen das glückliche Einverständnis, das Lotte und Werther beim Tanzen zeigen, bemerken, erinnern sie Lotte an „Albert“. Auf Werthers Frage erklärt ihm Lotte, indem sie ihm „die Hand zur Promenade bot“, Albert sei „ein braver Mensch, mit dem sie so gut als verlobt“ sei. [1] Im Verlauf des Abends zieht ein Gewitter herauf. Werther und Lotte betrachten danach vom Fenster aus die noch regenfeuchte, erfrischte Natur. Beiden kommt das gleiche Gedicht in den Sinn, eine Ode von Klopstock. Werther interpretiert dies als Ausdruck einer Seelenverwandschaft. Von nun an sucht Werther zunehmend die Nähe Lottes.

Als Albert, Lottes Verlobter, von einer geschäftlichen Reise zurückkehrt, ändert sich Werthers Stimmung allmählich. Die Anwesenheit des Verlobten macht ihm die Hoffnungslosigkeit seiner Liebe bewusst. Albert und Werther freunden sich zunächst an. Als Werther bemerkt, dass er seine starken Gefühle für Lotte aufgrund der problematischen Konstellation nicht ausleben kann, verlässt er das Dorf, um Abstand zu gewinnen. Werther arbeitet eine Zeit lang bei einem Gesandten, aber die Geschäftspedanterie und die Enge der Etikette lassen ihn erkennen, dass er sich mit der oberen Gesellschaftsschicht und dem Leben der Adligen nicht identifizieren kann. Enttäuscht kehrt er nach Wahlheim zurück.

Inzwischen sind Lotte und Albert verheiratet. Werther besucht Lotte dennoch immer wieder, bis diese sich bedrängt fühlt und ihn (auch aufgrund von Alberts „Wünschen“) bittet, erst Weihnachten (vier Tage später) zurückzukehren. Als Werther vor Ablauf dieser Frist in Alberts Abwesenheit Lotte besucht und ihr aus Ossians Grabgesängen vorliest, wird er von seinen Gefühlen übermannt, umarmt sie und sie küssen sich. Lotte reißt sich dann aber los. Dieses Ereignis ist für Werther von einschneidender Bedeutung: Jetzt kann er sicher sein, dass die Verheiratete ihn liebt. Durch das Heraustreten aus der sozialen Ordnung gibt Lotte den ultimativen Beweis, in Werthers Sinne – also jenseits von gesellschaftlichen Anforderungen und Normen – zu lieben. Dieser Logik entspricht es, wenn er selbst in seinem letzten Brief an Lotte schreibt, alle Wünsche und Hoffnungen seines Lebens seien erfüllt: Werther ist nun nach eigener Aussage glücklich und stirbt, um seiner Liebe eine im Diesseits unmögliche Dauer zu verleihen. Mit zwei von Albert unter dem Vorwand einer Reise geliehenen Pistolen (gereinigt und wieder instandgesetzt von Lotte) schießt er sich am frühen Morgen auf seinem Zimmer in den Kopf. Am nächsten Morgen wird er in seiner charakteristischen blau-gelben Kleidung schwer verwundet aufgefunden. Gotthold Ephraim Lessings Buch „Emilia Galotti“ liegt aufgeschlagen auf seinem Pult. Gegen zwölf Uhr mittags erliegt er seiner Schussverletzung. Ein christliches Begräbnis bleibt dem Selbstmörder verwehrt.

 
bbs/fgt11_a/dljwg_s.txt · Zuletzt geändert: 2009/04/27 20:23 von 80.128.88.231
 
Recent changes RSS feed Creative Commons License Donate Powered by PHP Valid XHTML 1.0 Valid CSS Driven by DokuWiki