Friedrich Schiller – Die Räuber

Epoche: Sturm und Drang

Erscheinungsjahr: 1781

Gattung: Drama

1. Einleitung

1.1 Vorwort

Ich werde das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller inhaltlich zusammenfassen, eine Sprachanalyse durchführen, die Situation der damaligen Literaturepoche beschreiben, den Charakter von Karl und Franz gegenüberstellen und vergleichen sowie unterschiedliche Aspekte interpretieren.

1.2 Aufbau

Das Werk gliedert sich in fünf Akte, die jeweils in zwei bis fünf Szenen unterteilt sind.

1.3 Sprachanalyse

Wortartenaufteilung

Durch eine Stichprobe von genau 100 Wörtern ergibt sich folgende Aufteilung: 11 Konjunktionen, 10 Adverbien, 7 Artikel, 12 Adjektive, 27 Verben, 8 Pronomen, 18 Nomen und 7 Präpositionen.

Durchschnittliche Silbenzahl

Die Stichprobe von 100 Wörtern besteht aus 154 Silben, wodurch man auf 1,54 als durchschnittliche Silbenzahl kommt.

Wortschatz

Die Stichprobe von 100 Wörtern enthält 57 verschiedene Wörter.

1.4 Personen

Maximilian, Karl, Franz, Amalia von Edelreich, Spiegelberg, Schweizer, Grimm, Razmann, Schufterle, Roller, Kosinsky, Schwarz, Hermann, Daniel Pastor Moser

1.6 Beschreibung der Literaturepoche Sturm und Drang

Der Sturm und Drang ist eine nach dem gleichnamigen Schauspiel (1776) von Friedrich Maximilian Klinger bezeichnete Literaturbewegung in Deutschland, die gegen erstarrte gesellschaftliche Konventionen, Normen- und Regelgläubigkeit und den Rationalismus der Aufklärung rebellierte. Im Sturm und Drang löste sich die Lyrik zum ersten Mal aus ihren gesellschaftlichen Bezug und drückte persönliches Erleben und Empfinden aus. Die Tragödie und Tragikomödie waren die bevorzugten Gattungen des Sturm und Drangs. Themen waren: - Versöhnung von Verstand und Gefühl - Sinnlichkeit - Selbstverwirklichung des Individuums - Selbsterfahrung

2. Hauptteil

2.1 Gegenüberstellung von Franz und Karl

Franz: Er verkörpert den Zweifel an der bestehenden Ordnung der Welt, an der von Gott bestimmten Natur und der Bindung der Familie. Er beschwert sich darüber, dass er als Zweitgeborenes Kind benachteiligt ist und er hässlich sei. Franz, der ein kalter Rationalist ist, kündigt seine Loyalität zur Familie auf und möchte sich um jeden Preis zum Herrn erheben. Deshalb setzt er Intrigen in gang, um sein Ziel zu erreichen.

Karl: Freiheitsdürstender Rebell, der Sehnsucht nach einer Idylle wie das väterliche Heim oder die wartende Amalia hat. Karls Denkweise passt zum Epochenbild des Sturm und Drangsals Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit. Er verabscheut den Zustand deutscher Provinzen. “Mir ekelt vor diesen tintenklecksenden Säkulum, wenn ich in meinem Plutarch lese von großen Menschen.“ Er vollzieht auch Taten, die Unschuldige töten um seine Ziele zu erreichen.

2.2 Inhaltsangabe

Das Drama „Die Räuber“ von Friedrich Schiller, welches 1781 anonym veröffentlicht wurde, handelt vom Konflikt der Brüder Franz und Karl Moor.

Der zweite Sohn des alten Grafen von Moor, Franz, enthält seinem Vater einen Brief von Vaters Erstsohn und Liebling Karl vor und gibt ihm einen falschen Brief, der über Karl ein falsches Schicksal aussagt. So soll Karl als Räuber wegen Verbrechen gesucht sein, obwohl er als Student nur Schulden und kleine Streitigkeiten hat. Durch diese Ungerechtigkeit bekehrt sich der freiheitssehnende Karl zum Räubertum und beschließt mit einer Bande Libertiner in die Böhmischen Wälder als Rächer und Retter der Unterdrückten zu leben, worauf er sein Leben schwört. Die Räuber jedoch zerstören mit ihrer Opposition gegen die bestehende Gesellschaftsordnung auch ihren eigenen Lebensbereich und verstricken sich als Vollstrecker einer höheren Ordnung selbst in Schuld. So wird eine Stadt in Brand gesetzt, wobei Kranke, Kinder und Alte sterben, um den Freund Roller vor dem Galgen zu retten. Dieses Ereignis veranlasst Karl, sein Räuberleben aufgeben zu wollen. Nachdem seine Räuberbande eine feindliches Umstellung entkommen ist, schwört Franz seiner Gruppe die ewige Treue. Schließlich trifft der Räuber auf Kosinsky, in dem sich Karls eigenes Schicksal wiederspiegelt. Wegen der Sehnsucht zu seiner geliebten Amalia, beschworen durch Kosinsky, sucht Franz verkleidet das väterliche Schloss auf. Amalia, die an Karls trügerischen Lebenswandel sehr leidet, weist Franz seine Werbung zurück und hält Karl die Treue. Franz erkennt seinen verkleideten Bruder, schmiedet einen Mordplan und bekommt zur Nacht Gewissensnöte, woraufhin er Pater Moser zu sich rufen lässt. Von ihm möchte er nochmals seine Sicht der Welt bestätigt haben. Franz zerbricht an den Zweifeln seines Gewissens und den Gedanken an den Tod. Karls Räuber stürmen das Schlosss, wobei Schweitzer von karl die Ehre zu Teil wird, seinen Bruder zu ermorden. Franz erdrosselt sich jedoch selbst. Als Schweitzer dies erkennt bringt er sich selbst um. Auf die Wiederbegegnung mit Amalia folgt die Einsicht in die Intrigen des Bruders. Karl entdeckt seinen Vater ausgehungert in einem Turmverlies und gesteht ihm sein Räubertum. Daraufhin stirbt sein Vater vor Kummer. Da Karl einen Treueschwur abgelegt hat, muss er Amalia wieder verlassen, worauf sie von ihm umgebracht werden möchte. Als höchste Steigerung seiner Schuld leistet Karl dem Folge, hält den Schwur für beendet und beschließt, sich einem armen Tagelöhner auszuliefern, dem dies ein neues Leben schenken kann.

3. Interpretation

Das Drama zeigt, wie der Einzelne, das Individuum die Freiheit seiner Seele anstrebt. Karl verdeutlicht dies, der durch seine Freiheitsgedanken aber auch durch das Ereignis mit dem arglistigen Brief zum Räuber wird. Als Hauptmann der Räuberbande kommt ihm jedoch nicht die erhoffte Freiheit zu Teil. Die Kirche wir ebenfalls kritisiert als der Pater der Räuberbande anbietet, Karl auszuliefern und somit keine Strafe befürchten zu müssen. Dies zeigt die Verhaltensweise der Kirche, die Entscheidungen trifft, sie unter dem Namen Gottes deklariert und so Gerechtigkeit willkürlich verteilt wie ein Herrscher. Das Freiheitsstreben der Protagonisten wird als Auflehnung gegen den damaligen Absolutismus dargestellt. Schillers Drama besitzt damit politische Tendenzen. Das Stück war sehr fortschrittlich, da Deutschland zu der Zeit politisch rückständig war und das Weltbild durch die Religion begründet wurde und das Individuum kaum Freiheiten besaß.

4. Literaturverzeichnis

Friedrich Schiller: Die Räuber. Verlag: Fischers Klassik. ISBN 978-3-596-90032-9

Kerstin Bold u.a. : deutsch.kompetent. Verlag: Klett. ISBN 978-3-12-350450-1

 
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