Ludwig Tieck - Der gestiefelte Kater

  • Titel: Der gestiefelte Kater
  • Autor/in: Ludwig Tiek
  • Epoche: Romantik
  • Erscheinungsjahr: 1797
  • Genre: Komödie

1. Einleitung

1.1 Vorwort

Diese Arbeit enthält die Inhaltsabgabe, die Interpretation, die Personen, sowie den Aufbau des Buches “Der gestiefelte Kater”, welches 1797 von Ludwig Tiek veröffentlicht wurde. 1811 ist eine überarbeitete Fassung erschienen, anhand derer diese Arbeit entstanden ist.

1.2 Aufbau

Das Werk ist ein Buch bestehend aus drei Akten und 2 Zwischenakten, welche wiederum in 14 Szenen unterteilt sind.

1.3 Personen

Darsteller / Figuren im Stück

  • Der König
  • Prinzessin, seine Tochter
  • Prinz Nathanael von Malsinki
  • Leander, Hofgelehrter
  • Hanswurst, Hofnarr
  • Ein Kammerdiener
  • Ein Historiograph
  • Ein Besänftiger
  • Gottlieb
  • Lorenz
  • Barthel
  • Hinze, ein Kater
  • Ein Schuhmacher
  • Gesetz, ein Popanz
  • Ein Amtmann
  • Ein Wirt
  • Kunz und Michel, zwei Bauern
  • Ein Deserteur

Zuschauer

  • Fischer
  • Müller
  • Bötticher
  • Leutner
  • Wiesener
  • Dessen Nachbar
  • Schlosser

Hinter der Bühne

  • Der Dichter
  • Der Souffleur
  • Der Maschinist
1.4 Sprachanalyse
  • Wortartenaufteilung

Durch eine Stichprobe von genau 100 Wörtern ergab sich folgende Aufteilung: Konjunktionen: 14 Adverbien:6 Artikel: 14 Adjektive: 9 Verben:26 Pronomen: 5 Nomen: 17 Präpositionen: 8 Numerale: 2

  • Durchschnittliche Silbenzahl

Die oben aufgeführte Stichprobe von 100 Wörtern bestand aus 152 Silben, worauf man auf 1,52 als durchschnittliche Silbenzahl kommt

  • Wortschatz

Die oben aufgeführte Stichprobe von 100 Wörtern enthielt 48 verschiedene Wörter.

2. Inhaltsangabe

Tiecks Gestiefelter Kater ist ein Schauspiel in einem Schauspiel. Es stellt einen Theaterabend dar, bei dem es zu überraschenden Zwischenfällen kommt. Es besteht aus mehreren Rollenspielebenen (Szenen), wie der Bauernstube und dem Palast des Königs. Diese Szenen wechseln recht abrupt, wodurch es schwer ist zu folgen. Man darf desweiteren nicht erwarten, dass die Handlung mit der des Märchens der Gebrüder Grimm gleichzusetzen ist. Das Buch handelt von einem Müllersjungen, welcher sich zusammen mit seinen drei Brüdern das Erbe seines zuvor verstorbenen Vaters teilen muss und dabei nur den Kater Hinze abbekommt. Als er jedoch merkt, dass dieser in der Lage ist zu sprechen, ndert sich sein Bild von seinem Erbe. Er freundet sich mit Gottleib an und hilft ihm letzendlich mit einger Cleverness die Tochter des Königs zu ehelichen indem er Gottlieb als den Herrscher des Nachtbarlandes ausgibt und selbigen “auffrisst”.

Prolog

Der Prolog des Stückes spielt sich im inneren des Theathers ab. Das dem Stück eher negativ gegenüberstehende Publikum ist nervös. Daraufhin schickt man den Dichter auf die Bühne, welcher dem leicht zu beeinflussende Publikum vermittelt, wie verzweifelt er aufgrund der negativen reaktanzen gegenüber seinem Stück ist.

Erster Akt

In der ersten Szene, „Kleine Bauernstube“ genannt, teilen sich die Brüder des verstorbenen Müllers das Erbe des selbigen auf. Gottlieb, der jüngste der Söhne bekommt nur den Kater Hinze und ist desshalb sehr verzweifelt. Zu diesem Zeitpunkt ist das Publikum noch zufrieden, sie sehen ein Portrait, einer Familie der früheren Zeit, wie es in vielen Dramen der damaligen Zeit zu finden war.

Erst als der Kater zu sprechen anfängt beginnt Gottlieb sich zu wundern. Hinze zeigt sich sehr clever und intelligent ist tatsächlich sehr um Gottlieb besorgt. Nun freunden Hinze und Gottlieb sich an. Nun ist das Publikum merkbar verwirrt.

Die zweite Szene, „Saal im königlichen Palast“, findet in dem Palat des herrschenden Königs statt. Dort unterhält sich der König mit seiner Tochter , der Prinzessin, über deren Zukunft und wann sie eine Ehe eingehen wolle. Darauf folgt eine Unterhaltung zwischen der Prinzessin und Leander, einem Hofgelehrten, bei dem die Prinzessin speziell den Widerspruch zwischen ihrer Begeisterung für das Intellektuelle und ihren mangelnden sprachlichen Kenntnissen ungewollt aufzeigt.

Nun hat der König eine Audienz mit Prinz Nathanael von Malsinki. Der Prinz ist gekommen, um um die Hand der Prinzessin anzuhalten, dies tut er in der selben Sprache wie der König, welcher sich darüber wundert.

Die letzte Szene des ersten Aktes findet in einem Wirtshaus statt, wo der Wirt den Gästen darlegt, wie ungnädig der Herrscher sei, auch erzählt er ihnen, er habe die magische Fähigkeit sich Tiere zu verwandeln. Das Brauhaus existiert durch seiner Lage in der Nähe des anderen Reiches, da häufig Flüchtlinge von dort kommen.

Zwischenakt

Nachdem der Vorhang geschlossen ist, unterhalten die Zuschauer sich über das Stück. Fischer und Leutner stehen der letzten Szene abgeneigt gegenüber, da sie nutzlos sei. Si sind der Meinung es soll einen festeren Standpunkt in einem geben. Der Schlosser ist von dem Stück verwirrt ist, gefallen tut es nur dem Wiesener und seinem Nachbarn.

Zweiter Akt

Die Szene “Bauernstube” ist ein Gespräch zwischen Hinze und Gottlieb. Hinze erkärt Gottlieb, dass er sich noch ein wenig gedulden muss, um glücklich zu werden. Danach geht Hinze auf die Jagd, wodurch es zu einem Übergang in die Nächste Szene kommt. In dieser kommt ein verliebte Paar vor. Auch Hinze spricht von der Liebe, doch durchbricht er die Ebene der Aufführung und spricht von der beruhigenden Wirkung der Liebe auf ein kritisches Publikum.

Nun wird der nächste Akt eingeleitet, in dem der König droht, gewaltbereit zu werden (trotz der Tatsache das er dies bereits ist), solle der langweilige Speiseplan des Kochs nocht geändert werden. Auch übt er Kritik an der Entscheidung seiner Tochter, welche sich soeben entschieden hat, den ihr vorgestellten Prinzen nicht zu ehelichen. In diesem Augenblick erscheint Hinze und überreicht dem König ein Kaninchen als Geschenk des nicht existierenden “Grafen von Carabas”, um ihn für sich zu gewinnen. Der Kater wird eingeladen mit dem König zu speisen, woraufhin die nächste Szene „Königlicher Speisesaal“ eingeleitet wird.

Während dem Essen führt Hinze mit dem Hofnarren Hanswurst ein Tischgespräch. Hanswurst beklagt sich über den eigenartigen Humor in Deutschland. Dem König wird währenddessen von Leander, einem Hofgelehrten, mit enormen Zahlen geschildert, wie groß das Universum sei. Besonders erkenntlich wird durch diese Szene die Streitigkeit von Leander und Hanswurst. Nun wird der Zwischenakt zur Überleitung in den letzten Akt begonnen

Zwischenakt

Das Publikum freut sich über die letzte Szene und beschreibt den Kater in allen Feinheiten. Der Böttcher gibt damit an, ein „Kenner“ zu sein und stellt sich damit in ein besseres Licht, als die anderen Zuschauer. Daraufhin zeigen sich die anderen Zuschauer der Böttcher gegenüber abgeneigt.

Dritter Akt

Der Beginn des dritten Aktes ist schlecht vollzogen, das der Vorhang zu früh geöffnet wird. Als Folge entsteht ein Gespräch zwischen dem Maschinisten und dem Dichter, welches das Pubblikum sehr verwirrt. Damit der Vorfall entschuldigt wird, tritt Hanswurst auf und hetzt die Zuschauer gegen den Dichter auf. Der Dichter erscheint ein weiteres mal und versucht sich zu erklären.

Nach diesem Zwischenfall beginnt der tatsächliche dritte Akt. Hinze schört Gottlieb in deren Bauernhaus, dass dieser noch am selben Tage Herrscher werde. Die nächste Szene „Saal im Palast“ besteht aus einem Streitgespräch von Leander und Hanswurst über das eigendliche literarische Märchen, „Der gestiefelte Kater“. Während dieser Disskussion tritt Hinze in den Raum ein und hilft unbeabsichtigt Hanswurst, welcher dem Stück gegenüber abgeneigt ist, die Disskussion zu gewinnen.

Der König, dem Hinze bei seinem Besuch wieder seine Beute als Geschenk des „Grafen von Carabas“ hat, entschließt sich den Grafen zu besuchen. Hinze schafft es der Kutsche zuvorzukommen und fängt Gottlieb ab.

In der nächsten Szene „Vor einem Wirtshause“, läuft Hinze zu Gottlieb und schickt ihn zum herrschafftlichen Sitz des Popanzes. Danach eilt er zum Wirtshaus, welches durch diese Tat doch einen Sinn hat (entgegen der Meinung des Fischers und Leutners). Dort überredet er den Wirt, dem König mitzuteilen, dass die Dörfer der Umgebung unter der Herrschaft des Grafen von Carabas stehen..

In der Letzten Szene, begibt sich Hinze zum Palast des Popanzes, wo er dessen Herrscher antrifft. Dieser ist tatsächlich korrupt und tyrannisch und verfügt über die Macht sich in Tiere zu verwandeln. (wie in den Aussagen des Wirtes) Als Hinze dem Popanz begegnet, schmeichelt er ihm und bringt ihn dazu, seine magischen Fähigkeiten zu beweisen. Er bittet den Popazen sich in eine Maus zu verwandeln, was dieser tatsächlich tut. Letzendlich frisst Hinze ihn. Das Ende dieser Szene und damit des ganzen Stückes ist sehr ähnlich einer Oper, es wird in monologer Form akustisch vorgetragen. Begleitet von einem abgestimmten Glockenspiel läuft Gottlieb durch das “Feuer” und “Wasser” und wird durch die Hochzeit der neue König des Landes. Hinze wird durch den König in den Adelsstand erhoben, mit dieser Darstellung schließt das Stück unter Applaus.

3. Interpretation

Wenn man die Komplexität des Stückes beachtet, so ergeben sich einem unterschiedliche Ansätze zur Interpretation. Ersteinmal kann man das Stück als Kritik an der damaligen Literatur auffassen. Tieck zeigt in dem Stück seine negative Einstellung gegenüber den zu seiner Zeit größeren Autoren. Er zeigt, dass Ludwig Tieck sich seine gar dichterische Freiheit nicht durch damalige Meinungen zur Literatur einschränken lassen will. Allerdings fällt einem in dem Buch auch einiges an Kritik am Publikum auf, welches leicht manipulierbar scheint.

4. Literaturverzeichniss

  • Ludwig Tieck: Der gestiefelte Kater, Philipp Reclam jun., Stuttgart 2001, ISBN 3-15-008916-6
  • Interpretationen - Dramen des 19. Jahrhunderts, Philipp Reclam jun., Stuttgart 1997, ISBN 3-15-009631-6
  • Bruno Blume / Jacky Gleich: Der gestiefelte Kater nach Ludwig Tieck, Kindermann Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-93-402921-3

Verfasst von Philip Gümbel

 
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