Max Frisch - Andorra

  • Titel: Andorra
  • Autor/in: Max Frisch
  • Epoche: Literatur in Deutschlang von 1961 – 1980
  • Erscheinungsjahr: 1961
  • Verlag: Suhrkamp
  • ISBN 3-518-36777-3
  • Preis: 5,50

1.Einleitung

1.1 Vorwort

Der Text beinhaltet die Inhaltsangabe des Buches zu dem Theaterstück „Andorra“ von Max Frisch

1.2 Personen

Die Personen die in dem Buch mitwirken sind: Andri, Barblin, Der Lehrer, Die Mutter, Die Senora, Der Pater, Der Soldat, Der Wirt, Der Tischler, Der Doktor, Der Geselle, Der Jemand

1.3 Aufbau

Das Stück ist in 12 Bilder eingeteilt. In den ersten 6 Bildern wird gezeigt, wie Andri sich wie ein normaler Andorraner verhalten will, aber an den Vorurteilen der Andorraner scheitert. Sie wollen in ihm den typischen Juden sehen In den folgenden 6 Bildern Andri nimmt die aufgezwungene Rolle des Juden widerwillig an; mit allen Konsequenzen.


2. Hauptteil

2.1 Inhaltsangabe

Die Einwohner Andorras fürchten den Überfall auf ihr Land durch die „Schwarzen“, ein mächtigen Nachbarvolks, das Juden verfolgt und umbringt. Jedoch haben auch die patriotischen Andorraner eine Vielzahl antisemitischer Vorurteile. Unter diesen Vorurteilen hat vor allem Andri, die Hauptperson des Stücks zu leiden. Er lebt bei seinem Pflegevater, dem Lehrer Can. Dieser behauptet er habe ihn als Judenkind aus dem verfeindeten Nachbarland gerettet. In Wahrheit ist er aber der leibliche Vater und will nicht zugeben, dass Andri aus einer Affäre mit einer schwarzen Señora hervorgegangen ist. Als Jude ist Andri ständiger Diskrimination durch die Dorfbewohner ausgesetzt. Ständig machen sie ihn auf seine „jüdischen“ Eigenschaften aufmerksam. Von Zeit zu Zeit glaubt Andri schon selbst, dass er ein Jude ist, und er nimmt das angeblich typisch Jüdische Verhalten immer mehr an. Die Handlung beginnt am Sanktgeorgstag, an dem Barblin, die Tochter des Lehrers das Haus ihres Vaters weißelt. Der Lehrer gibt viel Geld dafür aus damit Andri, der bisher in der Kneipe als Küchenjunge gearbeitet hat in einer Tischlerei seine Ausbildung beginnen kann. Andri ist stolz auf seine Lehrlingsprobe, einen fest verzapften Stuhl, doch der Tischler verwechselt Andris Stuhl mit dem misslungenen Werk des Gesellen, dessen Beine sich einfach herausreißen lassen. Der Geselle klärt die Situation nicht auf und der Tischler sieht sich in seinem Vorurteil bestätigt und setzt Andri in den Verkauf, wofür er nach seiner Meinung als Jude besser geeignet ist. Ein weiteres Problem für Andri stellt dar, das er seine angebliche Ziehschwester Barblin liebt. Er hält beim Lehrer um ihre Hand an, wird jedoch von diesem strikt abgelehnt weil beide in Wirklichkeit Halbgeschwister sind, niemand außer dem Lehrer weiß. Andri schreibt die Schuld seiner Identität als Jude zu und je mehr er mit den Vorurteilen gegen Juden konfrontiert wird, desto intensiver beobachtet er sich und nimmt ihm nachgesagte Eigenschaften erst an. Eines Tages kommt die Señora ins Land um zu sehn wie es ihren Sohn geht, offenbart sich ihm jedoch nicht. Als die Señora ihre Rückfahrt antritt wird sie von unbekannten Andorranern die sie als „Spitzelin“ sehen ermordet. Die Andorraner glauben jedoch schon zu wissen wer der Mörder ist nämlich Andri. Zusätzlich marschieren noch die „Schwarzen“ in Andorra ein und machen jagt auf Juden. Erst jetzt rückt der Lehrer mit der Wahrheit raus. Jedoch glaubt ihm Andri nicht und glaubt dass der Lehrer ihn so nur vor den Schwarzen schützen möchte. Barblin versucht noch Andri davon zu überzeugen das er kein Jude ist, was jedoch zu spät ist. Am Ende des Stückes werden alle Andorraner dem Judenschauer vorgeführt. Dieser behauptet das Andri ein Jude ist. Das Stück endet damit, das Andri von den „Schwarzen“ weggeschleift wird, der Lehrer sich erhängt, und Barblin, die den Verstand verloren hat, das Pflaster des großen Platzes weißelt und damit das Geschehen der Anfangsszene aufgegriffen wird.

2.2 Interpretation

Durch die Feigheit des Lehrers die Wahrheit zu sagen und die Vorurteile gegenüber Andri als scheinbaren Juden, wurde er von den Andorranern erst in die Rolle des Juden gedrängt. Durch die ständige Denunzierung der Bewohner Andorras war Andri letztendlich selbst der Meinung so zu sein wie die Andorraner ihn zeichnen. Durch die Vorurteile der Bürger, Ein Jude hätte etwas im Blut, drängen Andri in einen Lebensstil den er vorher nicht hatte. Frisch zeigt in dem Stück den alltäglichen Rassismus. Charaktere wie der Tischler, der Doktor und der Soldat stehen hierbei für die unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, die dem Außenseiter unterschiedlich begegnen. Mit bürgerliche Blindheit, Borniertheit oder Gewalt. In den Handlungen steigert sich die Feindseligkeit bis zum heimtückischen Mord an der Señora. Das in seiner Selbstsicht friedliche Andorra entpuppt sich als ein Herd des Antisemitismus. Hinzu kommt das Versäumnis, der Invasion und der Verhaftung Andris Wiederstand entgegenzusetzen. Die Feigheit setzt sich später in der Leugnung und Verdrängung der eigenen Schuld fort indem zwischen den Bildern die Figuren im Zeugenstand auftreten und sich im nachhinein rechtfertigen. Ausserdem beschreibt das Buch was alles durch die Vorurteile von Menschen gegenüber anderen Menschen passieren kann. Durch dauerhafte Vorurteile kann im Endeffekt sogar die Person die Ziel der Vorurteile ist diese Glauben und sich selbst in dieses Schema drücken.

2.2 Sprache

2.3.1 Wortartenverteilung

Eine Stichprobe von 100 Wörtern Wortartenverteilung: Adjektive: 11 Adverbien: 6 Artikel:7 Nomen:23 Numerale:6 Pronomen: 5 Präpositionen: 8 Konjunktionen: 12 Verben:22

2.3.2 Wortschatz

In einem Abschnitt von 100 Wörtern gibt es 73 verschiedene Wörter

2.2.3 Durchschnittliche Silbenzahl

Durchschnittliche Silbenzahl: 156/100= 1,56

3. Schluss

Meiner Meinung nach ist Andorra als Nachkriegsliteratur eine Kritik an den Europäischen Staaten, zwar im Vorraus von Wiederstand zu sprechen im Nachhinein jedoch niemand den Eingreifern etwas entgegensetz. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Antisemitismus und die Vorurteile die Andri in eine Rolle zwängen die er eigentlich garnicht verkörpert.


erstellt von Benedikt Bühler
 
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