Erörterung zum Thema "Müssiggang ist aller Laster Anfang"

Ein Sprichwort besagt: „Müßiggang ist aller Laster Anfang!“. Doch in wie weit stimmt diese These? Ist es wirklich so, dass jemand der nicht arbeitet und seinen Lebensunterhalt nicht selbst verdienen kann, wirklich schneller auf eine schiefe Bahn gerät? Anhand unserer heutigen Gesellschaft werde ich dieser These auf den Grund gehen und das für und weder abwägen.

Schaut man sich unsere heutige Gesellschaft an, erkennt man, dass jemand der seine Arbeit verliert, nicht gleich sozial absackt und in schlechte Verhältnisse gerät, sondern vom Staat sozial abgesichert wird. So wird dem arbeitslos gewordenem Bürger das so genante Arbeitslosengeld gezahlt. Dieses deckt im Allgemeinen die Lebenskosten und ermöglicht trotz der schwierigen Lage ein recht angenehmes Leben. Des Weiteren übernimmt der Staat während der Zeit der Arbeitslosigkeit die Krankenversicherung, so dass der Bürger weiter medizinisch abgesichert ist. Solche Maßnahmen sollen verhindern, dass nach dem Verlust der Arbeit sofort der soziale Abstieg droht. Betrachtet man jedoch die Realität, so wird man feststellen, dass das was der Staat unternimmt, dennoch nicht ausreichend ist. Menschen, die aus den verschiedensten Gründen ihre Arbeit verlieren, sacken dadurch gesellschaftlich bzw. sozial ab. Die vom Staat geleisteten Zahlungen, reichen nicht aus, um den Lebensstandard, der für die Haltung der sozialen Schicht notwendig ist, aufrecht zu erhalten. Daher geht mit dem Verlust der Arbeit meist ein Absinken in eine niedrigere soziale Schicht einher. Die meisten Menschen können damit nur sehr schwer umgehen. Von solch einer schwierigen Lage in die enge gedrängt, sehen sie keine Hoffnungen mehr, sozial wieder aufzusteigen und beginnen keine ordentlichen Bemühungen um ihre alte soziale Stellung wieder einzunehmen. Sie geben also das müßig sein auf. Besonders ausgeprägt sind die Folgen des sozialen Absinkens bei den Kindern solcher sozial abgesunkenen Familien. Sie erhalten in ihrer Familie, in der materielle und existenzielle Nöte nun auf der Tagesordnung stehen nicht mehr die nötige Geborgenheit und suchen daher Zuflucht in den so genannten „Cliquen“. Dort kommen sie früh mit Alkohol, Drogen und Gewalt in Kontakt und übernehmen dieses radikale Verhalten. Sie gelangen also auf eine schiefe Bahn.

Dies ist nur ein Beispiel, wie Menschen durch Müßiggang bzw. das kapitulieren vor einer schwierigen Situation zum Lebenslaster werden kann. Jedoch trifft es vor allem die Faulen, diejenigen die nicht müßig sind. Das Sprichwort besagt also, das mit der Faulheit der Niedergang beginnt und das man sich davor in Acht nehmen muss. Inwieweit diese These auf die heutige Gesellschaft wie oben aufgeführt übertragen werden kann, muss überprüft werden, denn mittlerweile spielen weit mehr Faktoren also die Faulheit zum Abrutschen in ein schlechteres soziales Milieu.

Dem Sprichwort ist demnach in seiner allgemeinen Bedeutung zuzustimmen, muss aber auf Grund verschiedener Faktoren im Bezug auf den Einzelfall überprüft werden.

Zusammenfassend kann man daher einen Zusammenhang zwischen dem Müßiggang und dem sozialen Absturz finden. Das Sprichwort „Müßiggang ist aller Laster Anfang“ enthält daher viel Wahrheit und Weisheit und weißt indirekt auf die sozialen Mängel in der Gesellschaft hin. Sprichwörtlich genommen heißt es aber nicht viel mehr, als Arbeite, sonst wirst du eines Tages dafür bestraft. Und genau das passiert, auch wenn der Zusammenhang erheblich komplexer ist, als der Volksmund hinter einer solchen Floskel vermuten würde. (Text wird in keiner Weise gegliedert - wf)

 
bbs/abgabe_magnus_siekmann.txt · Zuletzt geändert: 2008/10/22 12:05 von 91.3.209.229
 
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